Facebook und Co. nur für Chefs?

24. Juni 2009, 09:30
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BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXII

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXII
Firmen wie die UBS, Credit Suisse, Coop, Adecco, die Post oder SBB, aber auch Teile der Bundesverwaltung haben ihren Mitarbeitern in den letzten Monaten den Zugriff auf Facebook gesperrt. Während Banken und Versicherungen meist mit Sicherheitsproblemen argumentieren, sprechen andere von einer übermässigen privaten Nutzung der Dienste.
Gemäss einer Studie von MeettheBoss.com, an der rund 25'000 Führungskräfte teilnahmen, surfen die 2000 befragten Schweizer Kaderleute aber durchschnittlich 8,4 Stunden pro Monat länger im Web 2.0, als noch vor einem Jahr. Besonders beliebt seien bei den Chefs Seiten wie Xing, Linked-In, Facebook, Ryze, MeettheBoss und Twitter. Zwar hätten die Befragten den beruflichen Nutzen dieser Surftouren (Networking) betont, aber die Mehrheit sehe vor allem persönliche Vorteile beim Besuch der Social-Network-Seiten, heisst es in der Studie weiter.
Zwar sind die Zahlen der Studie von MeettheBoss.com, das eine Art Social Network für Führungspersönlichkeiten ist, mit Vorsicht zu geniessen, interessant ist der Trend aber allemal, denn: Sind das alles nur Chefs aus Firmen wie Swisscom, ABB oder Novartis, bei denen der Zugriff auf soziale Netzwerke auch für Mitarbeiter erlaubt ist? Oder hat man bei UBS oder Credit Suisse keine Sicherheitsprobleme, wenn sich die Bosse auf Facebook tummeln?
Zum Sicherheitsproblem wurde auch das Online-Bewerbungsformular der Stadt Bozeman im amerikanischen Bundesstaat Montana. Allerdings nicht für die Stadt, sondern vielmehr für die potenziellen Bewerber, denn wer das Formular gewissenhaft ausfüllt, musste auch alle Logindaten und Passwörter seiner Mitgliedschaften bei "internet-basierten Chatrooms, sozialen Clubs oder Foren, einschliesslich, aber nicht beschränkt auf: Facebook, Yahoo, YouTube.com, MySpace, etc." bekannt geben.
Erstaunlicherweise erklärten die Behörden von Bozeman, dass das Formular in dieser Art bereits seit drei Jahren existiere, es würde sich aber bei der Frage nach den Logindaten um keine Pflichtangabe handeln. Allerdings sei man durchaus der Meinung, dass Beamte besonders gründlich überprüft werden müssten.
Immerhin: Nachdem ein TV-Sender das Treiben der Stadt kürzlich aufgedeckt hatte, werden die Verantwortlichen mit E-Mails und Telefonanrufen bombardiert. Vielleicht hilft das ja, dass die umstrittene Frage im Bewerbungsbogen, die so ziemlich allem widerspricht, was man in Sachen Sicherheit im Internet predigt, entfernt wird. Nötig ist dazu lediglich die Mehrheit der fünfköpfigen City Commission, die für die Entfernung der Passage stimmt.
Und zum Schluss noch dies: Sie lieben Bücher? Dann dürfte ihnen dieser Duftspray)

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