Frits van der Graaff macht ernst und startet drei neue RZs

6. Dezember 2012 um 12:01
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Die iX Swiss Datacenter AG will im März 2013 rund 6000 Quadratmeter neue Rechenzentrumsfläche in der Schweiz in Betrieb nehmen. Heute sind die Verträge unterschrieben worden.

Die iX Swiss Datacenter AG will im März 2013 rund 6000 Quadratmeter neue Rechenzentrumsfläche in der Schweiz in Betrieb nehmen. Heute sind die Verträge unterschrieben worden.
Er gehört zu den bekanntesten Figuren der Schweizer Datacenter-Branche und hat sich einen soliden Ruf als erfolgreicher Manager und begeisterter Event-Organisator ("Carriers Lunch") gemacht. Nun setzt Frits van der Graaff den seit Sommer kursierenden Gerüchten, er wolle sich im Investitions-intensiven RZ-Business selbstständig machen, ein Ende. Mit seiner neuen Firma iX Swiss Datacenter AG, derzeit noch als iX Swiss AG im Markt präsent, hat er heute die Verträge mit dem Investor "7 Invest" aus Triengen unterschrieben. Die Umbenennung der Firma sei aus markenrechtlichen Gründen angesagt gewesen.
"Zunächst übernehmen wir jetzt die zuvor von der Bank Julius Bär genutzten rund 1000 Quadratmeter RZ-Fläche an der Brandschenkestrasse in Zürich", erklärt van der Graaff gegenüber inside-it.ch. Das Gebäude gehört heute der Immobilien- und Baufirma Allreal, von der es iX Swiss Datacenter mietet. Mit diesem einstigen Banken-RZ werde man auf einer jetzt schon hochsicheren Basis aufbauen können. Zum Investitionsvolumen will er keine Angaben machen, hält aber vieldeutig fest, dass man auch für weniger als 50 Millionen Franken ein RZ aufbauen und betreiben kann. Aber natürlich sei auch er auf die Unterstützung einer Bank angewiesen, in diesem Fall ist es die Triba in Triengen, eine Valiant-Partnerbank.
Total 6000 Quadratmeter RZ-Fläche
Doch der frisch gebackene RZ-Betreiber will noch mehr. Im Januar sollen - dann gemeinsam mit einem Partner - noch ein RZ in Genf (3000 Quadratmeter) und ein weiteres Gebäude in Zürich (2000 Quadratmeter) übernommen werden. Wer sein Partner sein wird, will van der Graaff noch nicht verraten. Klar sei dagegen, dass im März 2013 alle drei RZs mit total 6000 Quadratmeter RZ-Fläche den Betrieb aufnehmen werden. Und auch die zwei Zukäufe in Genf und Zürich, sie sollen im Januar abgeschlossen sein, werde man mit dem gleichen Geldgebern abwickeln, erklärt van der Graaff weiter. Der künftige Hauptsitz von iX Swiss Datacenter wird an der Brandschenkestrasse in Zürich sein. Und statt den derzeit noch drei Mitarbeitenden will van der Graaff im März bereits sieben Angestellte haben und möglichst schnell weitere Spezialisten an Bord holen, wie er ausführt.
Kunden und Wachstumspotential sind da
Bekanntlich hängt der Einstieg ins RZ-Business davon ab, dass man Kunden haben muss, um Investoren zu gewinnen, und Investoren, um Kunden zu finden. Diesen gordischen Knoten hat van der Graaff aber nicht allein mit seinen Investoren durchschlagen: "Auf der Kundenlisten stehen unter anderem Swisscom, Colt und Cablecom", hält er fest. Vermietet seien derzeit zwar erst 50 Quadratmeter, doch das werde sich schnell ändern.
Van der Graaff, der massgeblich zum Aufstieg von IXEurope und Equinix in der Schweiz beigetragen hat, dürfte auch hierbei von seinem exzellenten Netzwerk in der Branche profitieren. Jedenfalls hat er nicht nur ein ausgezeichnetes Gedächtnis, sondern seine Erfahrungen sehr nah bei den Kunden gesammelt. Aufgrund dessen glaubt er festgestellt zu haben, dass es nicht nur Neukunden sondern durchaus auch bestehende RZ-Nutzer gibt, die nach Alternativen suchen und wechselwillig sind. Nicht zuletzt die Finanzkrise und rasant wachsende Regulationsanforderungen haben dem hiesigen RZ-Business Auftrieb gegeben, hält er fest. Damit spielt van der Graaff beispielweise auf amerikanische Datacenter-Anbieter an, denen heute ihre "Swissness" nicht mehr einfach von jedem Kunden geglaubt wird. Und Schweizer Eigenschaften wie vergleichsweise stabile politische und ökonomische Verhältnisse, die zentrale Lage in Europa mit sehr guten Datenverbindungen und sicherer Stromversorgung sowie bestens ausgebildete Spezialisten, seien je länger desto mehr gefragte Qualitäten.
Der Markt ist offen für neu Player
Wachstumspotential ist offensichtlich vorhanden. Denn auch Franz Grüter, Chef des RZ-Betreibers Green.ch in Lupfig, sieht selbst bei einem neuen Player im Markt weder Kannibalisierungstendenzen noch sei das Marktvolumen ausgeschöpft, wie er gegenüber inside-it.ch festhält: "Wenn ein RZ-Betreiber Kunden und Kapazitäten hat, wird er sicher nicht durch den Markt gebremst." Er gibt allerdings zu bedenken, dass bisher schon öfter in Sachen RZ-Bau viel versprochen worden sei - Grüter erinnert hier an Deepgreen. Schwierig sei immer die Umsetzung und dort hapere es dann meist.
Van der Graaff kennt natürlich diese sicher berechtigten Bedenken. Doch "gerade weil Vertrauen in unserer Branche so wichtig ist", führt er aus, "habe ich mich nicht zu einem Schnellschuss hinreissen lassen". Wer im RZ-Business keine solide und langfristig verfügbare Basis für seine Kunden schaffen könne, verspiele dauerhaft seine Zukunft in der Branche, ist sich van der Graaff sicher. – Ein Versprechen, das seine iX Swiss Datacenter AG nun einzulösen hat. (Volker Richert)

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