GQL: Abfragesprache für Graph-Datenbanken soll standardisiert werden

18. September 2019, 13:55
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Vor rund 30 Jahren hat das internationale Standardisierungsgremium ISO/IEC zum letzten Mal eine Abfragesprache für Datenbanken entwickelt: SQL.

Vor rund 30 Jahren hat das internationale Standardisierungsgremium ISO/IEC zum letzten Mal eine Abfragesprache für Datenbanken entwickelt: SQL. Wie man weiss, war das ein durchschlagender Erfolg und SQL ist der absolute Standard zur Abfrage von relationalen Datenbanken geworden.
Nun wagt sich das Gremium zum zweiten Mal an eine entsprechende Aufgabe: Die "Graph Query Language" (GQL) soll entwickelt und zum Standard zur Abfrage von sogenannten Graph-Datenbanken gemacht werden. Ein Grunsatzentschluss dazu wurde im Juni gefällt, nun wurde GQL als offizielles Projekt für die ISO/IEC-Arbeitsgruppe "data management and interchange" registriert (ISO/IEC JTC 1/SC 32)
Graph-Datenbanken sind eine Alternative zu relationalen Datenbanken. Sie basieren auf der mathematischen Theorie der Graphen. In Graphdatenbanken werden die Daten sowie die Beziehungen zwischen diesen Daten gesondert gespeichert. Laut Experten können sie besonders geeignet sein, um stark vernetzte Daten mit komplexen Beziehungen untereinander zu speichern und zu analysieren.
Der Beschluss zur Standardisierung von GQL entspricht einer Forderung von interessierten Kreisen aus der IT-Industrie. GQL soll die bereits etablierten Grundlagen von SQL so weit wie möglich übernehmen, um Kompatibilität und Interoperabilität zwischen GQL und SQL sicherzustellen. Gleichzeitig sollen die heute meistgebrauchten Graph-Abfragesprachen Cypher, GCORE und PGQL darin einfliessen.
"GQL baut auf dem bestehenden Know-how für die Abfrage von Graphen auf. Die Standardsprache wird native Graph-Datentypen- und -strukturen, ein eigenes Graph-Datenbankschema und einen Pattern Matching-zentrierten Ansatz zur Datenabfrage, -eingabe und -manipulation unterstützen. Darüber hinaus wird es neue Möglichkeiten geben, Graphen und Graph-Sichten (Views) zu erstellen und auch tabellarische und hierarchische Daten zu generieren. Wir berücksichtigten dabei bestehende Sprachen und wollen diese weiterentwickeln – einschließlich einer Graph-Erweiterungen für SQL.“ Dies sagt Stefan Plantikow, Product Manager und Standards Engineer für Property Graph Querying bei Neo4j, dem Entwickler der Abfragesprache Cypher. Neo4J ist einer der Hauptbefürworter des Projekts, neben IBM, SAP und Redis Labs. (hjm)

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