Hitachis neuer Storage-Wurf

14. Mai 2007 um 15:24
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Die USP V kombiniert Virtualisierung mit "Thin Provisioning": Man soll nur so viel Harddisks betreiben müssen, wie man auch braucht. Und dazu gibt es noch SOSS(e).

Die USP V kombiniert Virtualisierung mit "Thin Provisioning": Man soll nur so viel Harddisks betreiben müssen, wie man auch braucht. Und dazu gibt es noch SOSS(e).
Hitachi Data Systems hat heute den Nachfolger seines 2004 auf den Markt gebrachten High-End-Speichersystems "TagmaStore Universal Storage Platform" sowie dazugehörige neue Software und ein neues Konzept namens "Service Oriented Storage Solutions" (SOSS) präsentiert. HDS-Cheftechniker Hu Yoshida (Bild) informierte die internationale Presse heute über das neue Speichersystem.
Die neue Hardware nennt sich nun "Hitachi Universal Storage Platform V" (USP V) und soll die bisherige USP nach einer Übergangsfrist am obersten Ende des HDS-Produktspektrums ablösen. Wie zu erwarten bietet sie in den meisten Bereichen mehr Leistung, als der Vorgänger: Zum Beispiel wurde die maximale Zahl der Input/Output-Operationen von 2,5 auf 3,5 Millionen pro Sekunde hochgetrieben und die maximale interne Bandbreite auf 106 Gigabyte pro Sekunde erhöht. Ausserdem unterstützt das System nun durchgängig bis zu den Harddisks und auch im Backplane 4 Gbps-Fibre Channel.
Wir sind die Borg...äh, HDS
Ausserdem treibt die USP V das mit der ersten USP eingeführte Konzept weiter, über den zentralen High-end-Controller auch Storage-Systeme anderer Hersteller oder kleinere Modelle von HDS verwaltet und "virtualisiert" zu können. Statt 31,7 Petabytes wie bisher können nun bis zu 246,7 Petabyte externer Speicher adressiert werden, was wohl auch für das speicherhungrigste Unternehmen eine Weile reichen sollte. (Intern skaliert die Kapazität weiterhin auf bis zu 332 TB). Die USP fasst alle diese Ressourcen zu einem Speicherpool zusammen und kann den Applikationen die vorhandene Kapazität File-, Objekt- oder Block-basiert zur Verfügung stellen.
Durch diese "Assimilierung" können gemäss HDS alle Features, welche von der auf der USP laufenden Storage-Management-Software geboten werden, auch auf den externen Systemen verwenden. So kann der Lebenszyklus von früher angeschafften Systemen verlängert und in einem Speichernetzwerk relativ einfach neue Kapazität mit den gerade gewünschten Leistungseigenschaften hinzugefügt werden. Zu den Funktionalitäten, die man so auf anderen Systemen verwenden kann, gehören klassische Funktionen wie Replikation oder Partitionierung aber auch die von der USP V neu gebotenen Möglichkeiten.
Thin Provisioning
Die wichtigste davon ist gemäss Hu Yoshida das (optionale) "Dynamic Thin Provisioning". Die Technologie wurde, so Yoshida, bereits von anderen Herstellern implementiert, aber HDS sei der erste Anbieter, der sie in einem System der Enteprise Klasse verwirkliche und mit Virtualisierung kombiniere.
Früher, so erklärte Yoshida die Idee dahinter, wurden einem für eine Applikation geschaffenen Volume oft im Hinblick auf zukünftige Anfordernisse Platz auf Vorrat zugewiesen, meist deutlich mehr, als sie in einem bestimmten Moment belegte. Durch die Anlegung von Kopien, zum Beispiel zu Sicherungszwecken, für Data Mining oder Tests usw. multipliziere sich diese "verschwendete" Kapazität dann noch.
Mit "Thin Provisioning" könne nun das UPS V einem Volume aus dem virtuellen Speicherpool automatisch nur so viel Platz - sprich Harddisks - zur Verfügung stellen, wie er gerade wirklich braucht. Die virtuellen Volumes können so zusammengenommen sogar grösser sein, als der physisch vorhandene Speicherplatz. Das System alarmiert die Speicheradministratoren bei bestimmten Auslastungsschwellen, wenn der Platz knapp zu werden droht. Der Vorteil ist zum Beispiel geringerer Stromverbrauch durch die Disks und geringere Kühlungskosten und ein kleinerer Platzbedarf der Storage-Systeme im Rechenzentrum.
Ein weiteres neues Feature der UPS V sind die "Large Logical Storage Pools". Dadurch können gemäss Yoshida einem Volume hunderte von Disks zugeordnet werden, was die I/O-Performance deutlich erhöhen kann.
Aus SOA mach SOSS
Vor allem basierend auf den Virtualisierungsfähigkeiten des USP V versucht HDS anlässlich der Lancierung der neuen Plattform auch einen neuen Begriff im Storage-Bereich zu propagieren. Angelehnt an das IT-Modewort "Service Oriented Architecture" hat Hitachi die Bezeichnung "Service Oriented Storage Solutions" (SOSS) kreiert, unter der einige im Storage-Bereich bereits seit längerem kreisende Ideen mit neuen Möglichkeiten kombiniert werden.
Zum Beispiel ist damit die Möglichkeit gemeint, den Geschäftseinheiten eines Unternehmens "Speicher" als Service bzw. Bündel von definierten, automatisierten Services anzubieten. Die USP V-Plattform bietet zum Beispiel (neben reinem Speicherplatz) Services wie "Business Continuity", "Content Management", "unterbrechungsfreie Datenmigration", "Storage Security", "Datenklassifizierung", "File Management Services" und andere mehr. Diese Storage-Services sollen den "Verbrauchern" über die Virtualisierungsschicht anhand der tatsächlichen Speicherbelegung sowie der Art und Ausgestaltung (SLAs, Perfomance) der benutzten Services verrechnet werden können.
Eine weitere Idee ist es, einmal eingerichtete Services für andere Kunden auf dem gleichen System replizieren, auf neue Systeme migrieren oder für neue Angebote neu kombinieren zu können.
Auch HDS will in Zukunft sein eigenes Geschäft stärker anhand dieser Idee ausrichten und die Implementation der oben genannten Services zusammen mit den dazugehörigen Dienstleistungen als Pakete anbieten. "Wir werden weiter stark in automatisierte Speicherservices investieren", so Hu Yoshida. "Hitachi wird sich auf SOSS konzentrieren". (Hans Jörg Maron)

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