Höhere Löhne drücken auf Foxconn-Gewinn

3. Mai 2012, 12:25
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Mit einer Gewinnwarnung hat Foxconn vor einer Woche für Verwirrung und grosse Aufregung an den Börsen in Fernost gesorgt.

Mit einer Gewinnwarnung hat Foxconn vor einer Woche für Verwirrung und grosse Aufregung an den Börsen in Fernost gesorgt. Der Kurs der Aktie des grössten Elektronik-Auftragfertigers mit Apple als wichtigsten Kunden ist am Freitag jäh um 16 Prozent abgerutscht, nachdem die Muttergesellschaft Hon Hai Precision Industry wegen steigender Lohnkosten im ersten Quartal einen Gewinnrückgang vermelden musste.
Apple scheint das nicht zu berühren, im Gegenteil. Wie die Nachrichtenagentur 'Bloomberg' aufzeigt, ist der Aktienkurs der Mac-Company mit steigendem Anteil in den Foxconn-Auftragsbüchern in den vergangenen fünf Jahren seit Mitte 2007 relativ gesehen um etwa 500 Prozent und mehr geradezu explodiert. Der des iPhone-, iPad- und iPod-Auftragsfertigers ist dagegen seitdem, wenn auch leicht, immer mehr ins Minus gerutscht.
Analysten zufolge dürfte Foxconns Abhängigkeit von Apple dieses Jahr mit Aufträgen für neue Produkte wie das nächste iPhone von 30 auf 50 Prozent noch einmal stark anwachsen. Die japanische Finanzholding Nomura hat zudem Zahlen vorgelegt, die zeigen, dass Foxconns Strategie, immer grössere Teile der Produktion ins chinesische Hinterland zu verlagern, aufzugehen scheint. Denn trotz der jüngsten Gewinnwarnung fürs erste Halbjahr 2012 sind die Profite tendenziell wieder am Steigen.
"Panikkäufe" in Taiwan
Wie die chinesischsprachige 'Economic Daily News' berichtet, hat Foxconn beziehungsweise Hon Hai am Vortag in Taiwan unter anderem über die Credit Suisse 313'800 Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 27,5 Milliarden New Taiwan Dollar (knapp 858 Millionen Schweizer Franken) losschlagen können, was etwa 21 Prozent des gesamten Handelsvolumens an der Taiwan-Börse ausmachte. Das Kursziel der Aktie wird nach 86 NT Dollar am Vortag von einigen Analysten mit 88 NT Dollar angegeben. Ein Investmentbanker gibt dem EPS (Ertrag pro Aktie) sogar noch eine Chance von 8 bis 9 NT $. Hoffen macht die Fertigung des neuen iPhone im zweiten Halbjahr, was bei Analysten die Wahrscheinlichkeit nährt, dass der Kurs der Aktie wieder auf über 100 NT Dollar (3,12 Schweizer Franken) steigt.
Ausländische Investmentbanker sprechen schon von einem Foxconn-Phänomen. Viele Anleger seien zu der Überzeugung gelangt, dass die Aktie des Unternehmens bald ihren Tiefpunkt erreiche und hätten deshalb zugeschlagen. In Börsenkreisen spricht man bei einem solchen Phänomen auch von Bottom-Fishing, was als hochspekulativ bewertet wird. Andererseits weist Credit Suisse darauf hin, dass das Papier von Hon Hai wegen des gigantischen Umsatzes immer noch sehr attraktiv ist. Der Gruppenumsatz hat 2011 erstmals die Hürde von drei Billionen NT Dollar (93,59 Milliarden Schweizer Franken) genommen, was auf Taiwan, der Insel der vielen kleinen und mittelständischen Bosse, kein anderes Unternehmen je erreicht hat. Foxconn alias Hon Hai ist zwar in Hongkong kotiert, hat aber den Hauptsitz immer noch in Taiwans Hauptstadt Taipei. (kh)

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