IBM greift Microsoft im Office-Markt frontal an

18. September 2007, 14:00
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"Big Blue" bringt kostenlose Bürosoftware. Wo "IBM Lotus Symphony" draufsteht, ist OpenOffice drin.

"Big Blue" bringt kostenlose Bürosoftware. Wo "IBM Lotus Symphony" draufsteht, ist OpenOffice drin.
IBM wird heute eine neue, kostenlose Bürosoftware namens 'Lotus Symphony' ankünden. Dies berichten übereinstimmend das 'Wall Street Journal' und die 'New York Times'. 'Symphony' wird einerseits gratis zur weit verbreiteten Kommunikationssoftware Notes dazu gepackt, andererseits auch kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Kern von 'Symphony' wird das bekannten Open-Source-Projekt OpenOffice sein, dessen Wurzeln bei Suns Staroffice liegen.
In den 90er Jahren verlor IBM mit Bürosoftware wie Lotus-1-2-3 (Tabellenkalkulation) und WordPro (Textverarbeitung) den Kampf gegen Microsoft mit Office. Nun will 'Big Blue' offenbar einen neuen Anlauf unternehmen und Microsofts Dominanz in diesem Markt zumindest ankratzen. Erst letzte Woche trat IBM offiziell dem OpenOffice-Projekt bei.
Mit der Unterstützung durch IBM wird OpenOffice zu einer möglichen, günstigeren Alternative im Markt für Büro-Software für grosse Firmen und Organisationen. Denn Bedenken über den Support und die langfristige Zukunft des Produkts lassen sich mit dem Label "IBM" besser zerstreuen. Wie heisst es doch so schön: "Never a CIO was fired for buying IBM".
Dazu kommt ein weiteres Argument, das für Microsoft gefährlich ist: Das Dokumentenformat ODF von OpenOffice ist von der ISO als Standard anerkannt
"Kunden haben mehr Geld für IBM-Software
Niemand glaubt nun, dass IBMs Bekenntnis zu OpenOffice den Markt für Büro-Software rasch umwälzen könnte. Denn viele Firmen haben Microsofts Office-Produkte tief in ihre Abläufe integriert. Doch für gewisse PC-Arbeitsplätze auf denen nur relativ wenige Funktionen der Büro-Software benötigt werden, könnte IBMs 'Symphony' durchaus zur Alternative werden. Oder wie es IBMs Software-Chef Steve Mills zum 'Wall Street Journal' sagte: IBM werde zwar sicher kein Geld mit Gratis-Software verdienen. Doch wenn Kunden wenigstens teilweise Microsoft Office durch OpenOffice ersetzten, würden "Budgets frei, um Software von IBM zu kaufen." (Christoph Hugenschmidt)

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