IBM hat
bereits im letzten Dezember in München sein neues globales Hauptquartier für die Themenbereiche Internet of Things (IoT) und Watson (Cognitive Computing) eröffnet. Wie ein IBM-Sprecher nun erklärte, soll der Aufbau des Zentrums im kommenden Februar abgeschlossen sein. Die Investitionen bezifferte er auf rund 200 Millionen Dollar.
Wenn das Zentrum einmal die volle Belegschaft erreicht, sollen dort bis zu Tausend IoT- und Watson-Spezialisten arbeiten. Die Investitionen in München sind nur ein kleiner Teil der Ausgaben für den eigenen Umbau, den sich das altehrwürdige IT-Unternehmen vorgenommen hat. Insgesamt sollen rund drei Milliarden Dollar investiert und 25'000 neue Leute für Geschäftsbereiche angestellt werden, die IBM als Wachstumsbereiche idetifiziert hat. Gleichzeitig werden Stellen in stagnierenden und schrumpfenden Bereichen abgebaut.
IBM glaubt, dass zumindest im Bereich IoT bald der Zeitpunkt erreicht sein wird, an dem sich die Investitionen auch geschäftlich auszuzahlen beginnen. 2019, so erzählte IBM-Mann Vernon Turner dem Nachrichtendienst 'Reuters', werde
"der Markt wirklich abheben". Turner begründete dies vor allem mit den konkreten Aufträgen, die IBM mittlerweile erhält. In fast allen Branchen gebe es heute konkrete Projekte, und die Anzahl der zahlenden IBM-Kunden im industriellen Bereich sei innert einem Jahr von 4000 auf rund 6000 gestiegen.
Insgesamt haben die erhofften Wachstumsbereiche, von IBM "strategische Imperative" genannt, dem Unternehmen aber noch nicht zu neuem Wachstum verholfen. Der Umsatz von IBM schrumpft
schon seit mehr als vier Jahren. Dafür sind einerseits Verkäufe von Geschäftsbereichen wie der x86-Serversparte verantwortlich, aber auch ein organischer Umsatzrückgang in traditionellen Geschäftsbereichen. Laut Bernstein Research ist der Umsatz IBMs in den "strategic Imperative"-Bereichen, zu denen IoT und Watson gehören, zuletzt um rund sieben Prozent gestiegen. Gleichzeitig schrumpfte der Umsatz im traditionellen Kerngeschäft mit Hardware, Software und Services um 14 Prozent. (hjm)