SATW insights: Digitalisierung als Chance für die Schweizer Industrie

22. August 2023 um 12:19
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Stefan Scheidegger. Foto: SATW

Auch vor der Produktion macht der technologische Fortschritt nicht Halt. Mit dem Technology Outlook bietet SATW ein Instrument für strategische Entscheidungen.

Der Technology Outlook der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften behandelt 32 Technologien aus den 4 Forschungsfeldern Digitale Welt, Energie und Umwelt, Fertigungsverfahren und Materialien sowie Life Sciences. Die Studie, die im September 2023 in ihrer 5. Auflage und neu als Online-Version erscheinen wird, erklärt ausgewählte Technologien, lotet deren Bedeutung für den Denk- und Werkplatz Schweiz aus und beleuchtet Chancen wie Herausforderungen.

Die Bedeutung der digitalen Welt für die Schweiz

3 Technologien aus dem Forschungsfeld der digitalen Welt gehören zu den Technologien mit der grössten volkswirtschaftlichen Bedeutung für die Schweiz. Es sind dies Connected Machines, IoT und 5G-Anwendungen, also IT-Themen, die für die Schweizer Industrie zentral sind. Sie werden im Technology Outlook als Star oder Selbstläufer eingestuft. Was sind Stars, was Selbstläufer?
Jede im Technology Outlook beschriebene Technologie wird aufgrund der volkswirtschaftlichen Bedeutung (horizontale Achse) und der hiesigen For­schungs­kompetenz (vertikale Achse) eingeordnet und auf einer Grafik, der Quadrantendarstellung, verortet. Die vier Felder, die sogenannten Quadranten, geben Auskunft über das Potenzial der Technologien.
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Einordnung zur volkswirtschaftlichen Bedeutung (horizontale Achse) und der hiesigen Forschungskompetenz (vertikale Achse). Grafik: SATW
Stars bescheren der Schweiz hohe Umsätze und generieren Arbeitsplätze. Ihr Potenzial für weitere Anwendungen ist aber noch nicht ausgeschöpft. So bietet 5G als Vertreter dieses Quadranten gerade für Anwendungen im Bereich des Internet of Things und für lokale Netzwerke herausragende Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt.
Selbstläufer sind Technologien, die zwar reif sind, sich momentan aber nur langsam entwickeln; dazu gehören IoT und Connected Machines. Unter­nehmen, deren Tätigkeitsfeld von Anwendungen dieser beiden Technologien profitieren könnten, sollten sich grundlegend mit ihnen beschäftigen. Dafür gilt es, Chancen und Herausforderungen für die Firma zu eruieren und ent­sprech­ende Strategien zu entwickeln – sowohl, was Anwendungen als auch was potenzielle Eigenentwicklungen anbelangt.
Hoffnungsträger und Nischen umfassen Technologien, deren volks­wirt­schaft­liche Bedeutung (noch) nicht ganz so gross ist. Erst die Zukunft wird zeigen, ob sie auf dem Markt erfolgreich sein werden.

Anwendungsbreite und Interdisziplinarität

Die 3 Technologien 5G, Connected Machines und Internet of Things unter­scheiden sich kaum hinsichtlich ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung (horizontale Achse). Dass die Forschungskompetenz (vertikale Achse) zu 5G höher eingeschätzt wird als jene von Connected Machines und Internet of Things liegt primär am breiten Anwendungsspektrum des Mobilfunks. Dies hat Auswirkungen auf die Anzahl Forschungsgruppen, die sich in der Schweiz mit der Technologie beschäftigen und die für die Positionierung auf der vertikalen Achse bestimmend sind.
Die Entwicklung von vernetzten Maschinen und IoT-Anwendungen hingegen baut auf Interdisziplinarität. Damit relevante IoT-Anwendungen umgesetzt und vernetzte Maschinen und Anlagen realisiert werden können, bedarf es Fachkräfte, die sich im Schnittfeld von ICT, dem Maschinen- und Anlagenbau bewegen und zudem über spezifische Branchenkenntnisse verfügen.
Die Vernissage des Technology Outlook vom 15. September 2023 an der ETH Zürich widmet sich der kontrovers diskutierten Frage, wie wir in Zukunft leben werden und wer in welcher Verantwortung steht. Sie erhalten Einblick in den heutigen Stand der technologischen Entwicklungen und in konkrete Anwendungen aus der Schweizer Industrie. Melden Sie sich noch heute an und sichern Sie sich eines der letzten verfügbaren Tickets.

Über den Autor

Stefan Scheidegger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der SATW im Bereich Foresight und Co-Autor sämtlicher Studien, die zu technologischer Früherkennung herausgeben werden. Dazu gehört der Technology Outlook. Nach seinem Masterabschluss in Geschichte und Philosophie des Wissens an der ETH Zürich arbeitete er beim Think Tank W.I.R.E. und beim Republik Magazine.

Zu dieser Kolumne:

SATW insights: Unter diesem Titel berichten Mitglieder der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW regelmässig für unsere Leserinnen und Leser über relevante, aktuelle Schweizer Technologie-Fragen. Die Meinung der Autoren muss sich nicht mit derjenigen von inside-it.ch decken.

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