In diesen Ländern entlässt IBM tausende Angestellte

26. November 2020, 16:12
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10'000 Stellen soll IBM in Europa abbauen. Nach und nach wird bekannt, in welchen Regionen. Eine Übersicht.

Bereits Ende Oktober war bekannt geworden, dass IBM im Zuge seiner Aufspaltung in Europa rund 10'000 Arbeitsplätze abbaut. Das sind rund 20% der Angestellten von Big Blue auf dem Kontinent. Auf unsere Nachfrage wollte der Konzern zu den Restrukturierungen keine konkreten Zahlen bestätigen.
Den grössten Abbau werde es im Geschäftsbereich IT-Services geben, der sich um den täglichen Betrieb der Infrastruktur kümmert, berichtet nun 'Bloomberg'. Bereits Anfang Oktober hatte CEO Arvind Krishna angekündigt, dass der Bereich Managed Infrastructure Services bis Ende 2021 in eine neue Firma überführt werden soll.
Weiter berichtet das Medium, welche Länder am härtesten von den Massnahmen betroffen sein werden: Grossbritannien und Deutschland. In Deutschland sollen 2300 Stellen wegfallen, wie bereits Ende Oktober geleakt war. Im Vereinigten Königreich und Irland würden 2000 Stellen gestrichen, berichtet 'Channel Partner Insight' mit Verweis auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.
Aber auch in Polen, der Slowakei, Italien und Belgien seien Kürzungen geplant. Dies schreibt 'Bloomberg' und bezieht sich auf einen namentlich nicht genannten Gewerkschaftsfunktionär, der von entsprechenden Gesprächen berichtet. Die Gewerkschaft Syndicom hat zurzeit noch keine Informationen über die Vorgänge in der Schweiz, wie Giorgio Pardini, Leiter Sektor ICT, auf unsere Anfrage erklärt.
In Frankreich teilte die Gewerkschaft CSE Anfang November mit, dass es bei IBM einen Entlassungsplan gebe, "der in seinem Umfang ohne Zweifel beispiellos" sei. Zahlen nannte die Gewerkschaft keine. 'Le Monde Informatique' berichtete aber vor wenigen Tagen, dass in Frankreich etwa 28% der Belegschaft abgebaut werden soll: Das wären bis zu 1'400 Stellen.
In der Region Nordic sollen 700 Stellen verloren gehen, heisst es in einem Bericht der Zeitschrift 'Computersweden'. Auf 'The Layoff', einem Diskussionsforum zu Entlassungen, kursiert die Behauptung, dass 25% der dänischen IBM-Mitarbeitenden künftig nicht mehr gebraucht würden, in Belgien sollen es 20 % sein. In der Facebook-Gruppe 'Watching IBM' wird berichtet, dass 325 dänische Angestellte auf den 1. Januar 2021 entlassen würden.
Auch auf 'The Layoff' findet sich ein Bericht aus Italien. Darin heisst es, dass den IBM-Angestellten nahegelegt worden sei, freiwillig die Firma zu verlassen. In Italien sind Massenentlassungen wegen der Covid-Situation bis Mitte März 2021 untersagt, offenbar fürchten die dortigen IBM-Angestellten, dass es danach zu einer Massenentlassung kommt. Der Bericht ist nicht bestätigt, sondern von einer anonymen Person auf der Plattform veröffentlicht worden.
IBM selbst äussert sich zu den Vorgängen kaum. Von 'Bloomberg' angefragt, verschickte der Konzern die wortgleiche Antwort, wie wir schon im Oktober erhalten hatten: "Unsere Personalentscheidungen werden getroffen, um unsere Kunden auf ihrem Weg zur Einführung einer offenen Hybrid-Cloud-Plattform und KI-Fähigkeit bestmöglich zu unterstützen. (…) Wir werden auch weiterhin signifikante in Aus- und Weiterbildung der Kenntnisse von IBM-Angestellten investieren, um den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden."

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