IoT: Microsoft vertreibt eigenes Linux

17. April 2018, 11:29
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Mit Azure Sphere OS stellt Microsoft seine erste Linux-Distribution vor. Zusammen mit einem von den Redmondern entwickeltem Chip-Design soll es IoT-Geräte sichern.

Die Redmonder künden mit Azure Sphere ein neues System zur Sicherung von IoT-Geräten an. Für Azure Sphere setzt Microsoft auf – die einst vom ehemaligen CEO Steve Ballmer als "Krebsgeschwür" bezeichnete – Open Source Software Linux. "Nach 43 Jahren ist dies der Tag, an dem wir einen eigenen Linux-Kernel ankündigen, und auch vertreiben werden", sagt Microsoft President Brad Smith an einer Security-Veranstaltung in San Francisco, wie unter anderem 'Business Insider' berichtet.
Microsoft hat kürzlich angekündigt, in den nächsten vier Jahren bis zu fünf Milliarden Dollar in das IoT zu investieren. "Wie die verheerenden Cyberangriffe des letzten Jahres gezeigt haben, entwickeln sich die Sicherheitsbedrohungen weiter und werden noch ernster", so Brad Smith. Die heutigen Ankündigen betreffen nicht nur Security für die Cloud, sondern auch "für die Milliarden neuer Geräte, die am 'Edge' der Netzwerke betrieben werden", schreibt der Manager.
Bis 2030 werde die Zahl der vernetzten Geräte über 30 Milliarden erreichen, so die Prognosen von Marktforschern. Deshalb, so Smith weiter, habe Microsoft ein neues Chipdesign entwickelt, das nicht nur "äusserst sicher" sein soll, sondern auch jederzeit über das Internet mit neuer Software versorgt werden könne.
Lizenzfreies Chip-Design für Hersteller
Zu Azure Sphere gehören Chips – Microsoft nennt sie Mikrokontroller (MCUs) –, ein Betriebssystem sowie der Cloud-basierte Azure-Sphere-Security-Service. Letzterer sichere die Kommunikation innerhalb eines IoT-Netzes, bietet Monitoring sowie den Update-Support. Microsoft betont in einer Mitteilung aber, dass alle Cloud-Dienste unterstützt werden und die IoT-Geräte auch mit Services genutzt werden können, die auf beispielsweise AWS, der Alibaba- oder IBM-Cloud betrieben werden.
Das Betriebssystem, Azure Sphere OS, basiert nicht auf dem hauseigenen Windows 10, sondern auf einem Linux-Kernel. Das Design der MCUs werde Microsoft den Herstellern kosten- und lizenzfrei überlassen. Dadurch soll das Partner-Ökosystem rasch anwachsen. Erste Exemplare werde es im dritten Quartal 2018 von Mediatek geben, wie der Chipfertiger selbst mitteilt. Als weitere Partner werden auf der Microsoft-Website unter anderem ARM, Qualcomm und Toshiba gelistet.
Noch ist Azure Sphere im Rahmen eines geschlossenen Previews verfügbar. Ab Mitte Jahr soll es dann Developer-Kits für Entwickler geben. Finale Azure-Sphere IoT-Geräte seien für Ende 2018 vorgesehen, schreibt 'ZDnet'. (kjo)

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