Kapo St.Gallen dementiert Clearview-Tests

7. September 2021, 13:59
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Man verwende ein anderes Gesichtserkennungssystem, sagt die Kantonspolizei.

Bei Clearview, Anbieter einer umstrittenen Software für Gesichtserkennung, sind in einer Liste von Test-Accounts auch Mail-Konten der St.Galler und Zürcher Kantonspolizeien registriert, wie wir vor rund einer WocheDie St.Galler Kantonspolizei hält nun dazu fest, dass sie Clearview nicht einsetze und auch nicht getestet habe. Andere Gesichtserkennungs-Software wurde aber in St.Gallen sehr wohl getestet.
Clearview ist in der Kritik, weil auf den Datenbanken des Unternehmens Milliarden von Bildern gespeichert sind, die wahllos auf sozialen Medien gesammelt wurden.

Fünf Systeme getestet

Die St.Galler Kantonspolizei hat 2019 5 Systeme zur automatischen Gesichtserkennung ausprobiert. Clearview sei nicht dabei gewesen, und die Kantonspolizei setze das System auch nicht ein, erklärte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda'. Offen bleibt aber, ob einzelne Polizistinnen und Polizisten selbständig die Clearview-Software ausprobiert haben. "Das wissen wir nicht", so Krüsi.
Nach der Evaluation der 5 Systeme habe sich die Kantonspolizei für ein Programm namens "Mediasearch" entschieden, so der Polizeisprecher. Es komme nur bei schweren Tatbeständen zum Einsatz. Wenn in solchen Fällen Bilder von Videokameras vorlägen, würden diese mit den Datenbanken der Polizei – "nur mit den internen" – auf eine Übereinstimmung hin überprüft. "Es ist ein Hilfsmittel", so Krüsi.
Zum Einsatz von "Mediasearch" gebe es Bestimmungen, die von der kantonalen Fachstelle für Datenschutz überprüft und genehmigt worden seien.

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