Konsumenten­verbände reichen Beschwerde gegen Whatsapp ein

12. Juli 2021, 13:59
  • eu
  • datenschutz
  • whatsapp
  • regulierung
image

Die neuen Datenschutz­richtlinien würden mehrere Konsumenten­rechte verletzen, finden Europäische Verbraucherverbände und reichen Beschwerde ein.

Europäische Konsumentenschutzorganisationen wehren sich gegen die neuen Nutzungsbedingungen der Facebook-Tochter Whatsapp. Der Europäische Verbraucherverband (BEUC) und acht seiner Mitglieder kritisierten die Änderungen und reichten Beschwerde bei der Europäischen Kommission und dem europäischen Netzwerk der Verbraucherschutzbehörden ein.
Sie beklagen, Whatsapp dränge Nutzer zu Unrecht, die neuen Richtlinien zu akzeptieren. "Der Inhalt dieser Benachrichtigungen, ihre Art, ihr Zeitpunkt und ihre Wiederholung üben einen unangemessenen Druck auf die Nutzer aus und beeinträchtigen ihre Wahlfreiheit", heisst es in einer Mitteilung.
Whatsapp habe es versäumt, die Art der Änderungen in klarer und verständlicher Sprache zu erklären. "Diese Unklarheit stellt einen Verstoss gegen das EU-Verbraucherrecht dar, das Unternehmen verpflichtet, klare und transparente Vertragsbedingungen und kommerzielle Kommunikation zu verwenden", erklären die Verbraucherschützer. Sie forderten das europäische Netz der Verbraucherbehörden und die EU-Datenschutzbehörden auf, zusammenzuarbeiten, um diese Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und der Verbraucherrechte anzugehen.
Weltweit gelten inzwischen die neuen Nutzungsbedingungen, die es Whatsapp ermöglichen, Daten mit der Mutter Facebook und anderen zum Konzern gehörenden Diensten wie Instagram zu teilen. Allein die Ankündigung hatte in vielen Ländern einen Aufschrei ausgelöst, weswegen Whatsapp das Inkrafttreten auf Mai verschob. Stimmen die Nutzer nicht zu, sollen sie den Dienst nicht mehr verwenden können. Später hiess es, es werde für die User – zumindest vorerst – doch keine Folgen haben, wenn sie den neuen Datenschutz-Bestimmungen nicht zustimmen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Daten-Spionage: Sammelklage gegen Meta

In einer Klageschrift gegen Meta heisst es, Apps von Instagram und Facebook würden Daten mittels eines JavaScript-Code auf Websites einspeisen.

publiziert am 23.9.2022
image

UK-Behörde untersucht Cloud-Dienste von Microsoft, Amazon und Google

Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom will die Marktposition der US-Hyperscaler untersuchen und herausfinden, ob es wettbewerbsrechtliche Bedenken gibt.

publiziert am 22.9.2022
image

Morgan Stanley zahlt Millionen-Strafe wegen Datenschutzverletzungen

Weil die Bank Festplatten mit Kundendaten nicht fachgerecht gereinigt und entsorgt hat, sind diese an Dritte geraten. Nun wurde das Vorgehen von der Börsenaufsicht bestraft.

publiziert am 21.9.2022
image

EuGH verbietet Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Solange die nationale Sicherheit nicht gefährdet ist, bleibt die Datenspeicherung auf Vorrat in Deutschland verboten.

publiziert am 20.9.2022