Kriminelle saugen wohl 500 Millionen Linkedin-Profile ab

7. April 2021 um 10:13
  • security
  • datenschutz
  • linkedin
  • facebook
  • breach
  • channel
image

Linkedin kämpft nachwievor erfolglos gegen "Scraping". Derweil ist Facebook wegen dem grossen Hack mit einer Untersuchung konfrontiert.

Kurz nachdem bekannt wurde, dass Daten von 530 Millionen Facebook-Usern gestohlen wurden, soll nun auch Linkedin gehackt worden sein. Dies meldet die in Litauen angesiedelte Online-Zeitung 'Cybernews'.
Berufliche Informationen von 500 Millionen der total 740 Millionen Linkedin-User stünden in einem Darkweb-Forum zum Verkauf. Anhand von 2 Millionen Profilen, deren Daten angeblich vom Hacker abgegriffen wurden, soll die Echtheit der Daten bewiesen werden. Die Daten beinhalten Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Berufsbezeichnungen und andere arbeitsbezogene Daten.
Als Mindestgebot für die Daten erwarte der Hacker eine vierstellige Summe in Cryptocurrency, heisst es weiter.
Es ist unklar, ob die Daten aus einem aktuellen Hack stammen, ob es sich um eine Datenanreicherung anderer Breaches handelt oder ob diese aus einem früheren Linkedin-Hack kommen.
Das Netzwerk wurde zumindest 2012 schon mal gehackt, die Daten aber wurden laut Firmenangaben erst 2016 zum Verkauf angeboten. 
Linkedin teilte inzwischen mit, man untersuche den Vorfall noch. Offenbar schienen die Datensätze "öffentlich sichtbare Informationen zu enthalten, die von Linkedin abgezogen und mit Daten von anderen Websites oder Firmen aggregiert wurden", so Linkedin. Dieses "Scraping" der Mitgliederdaten verletze die Nutzungsbedingungen und Linkedin arbeite kontinuierlich daran, Mitglieder und deren Daten zu schützen.

500 Millionen Linked-Profile, 530 Millionen Facebook-Profile

Aktuell kämpft auch Facebook mit einem weiteren Datenskandal: Drei Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal, bei dem Daten von fast 90 Millionen Menschen illegal gesammelt wurden, um Stimmen bei Wahlen wie Donald Trumps Sieg 2016 zu beeinflussen, werden vom Konzern wieder Antworten zum Umgang mit seinen User-Daten verlangt.
Dieses Mal wurden Daten von mehr als einer halben Milliarde Facebook-Nutzern online gefunden. Aber während das Unternehmen darauf besteht, dass es das Leck im Jahr 2019 behoben hat und der Fall abgeschlossen ist, sind sich die EU-Datenschützer nicht so sicher.
Die Kommission sagte, dass sie die Berichte prüfe ‒ und dass sie bis 6.4. nachmittags noch "keine pro-aktive Kommunikation" in dieser Angelegenheit von dem Social-Networking-Riesen erhalten habe.
Der Datenschatz ‒ der Telefonnummern, Facebook-IDs, vollständige Namen und Geburtsdaten enthält ‒ wurde von Alon Gal von der Cybercrime Intelligence Firma Hudson Rock über Ostern entdeckt.
"Dies sind alte Daten, über die bereits im Jahr 2019 berichtet wurde. Wir haben dieses Problem im August 2019 gefunden und behoben", schrieb Facebooks Vertreterin Liz Bourgeois auf Twitter.
Unter der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen grössere Datenlecks oder Verstösse seit 2018 innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde gemeldet werden. Es stellt sich also die Frage, was seither geschah.
Ob es sich ausschliesslich um alte Daten handelt ist unklar. Offenbar befand sich unter den publizierten Facebook-Informationen auch eine Telefonnummer von Mark Zuckerberg. Diese funktionierte und enthüllte laut dem Security-Forscher Dave Walker nebenbei, dass "Zuck" als Messenger Signal benutzt und nicht Whatsapp.
Inzwischen ist Zuckerbergs Signal-Account offenbar gelöscht worden, was die Frage aufwirft, ob "veraltete Daten" tatsächlich wertlos sind, wie dies Facebook suggeriert.
Offensichtlich bleiben auch ältere Profil-Daten für Kriminelle nützlich ‒ sei es für personifizierte Attacken, Spamming oder Brute-Force-Attacken.
Im Falle des Facebook-Breach kann man bei "Have I Been Pwned" online prüfen, ob man betroffen sein könnte.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Volles Vertrauen dank moderner Cybersicherheit

Wenn Unternehmen ihre Finanzdaten in fremde Hände geben, muss das Vertrauen absolut sein. Für Treuhandgesellschaften ist Informationssicherheit daher existenziell. Die Aeberli Treuhand AG aus Zürich – seit über 75 Jahren etabliert – hat ihre IT-Sicherheitsarchitektur grundlegend modernisiert.

image

Reddit macht Login zur Pflicht

Der Zugang zur Plattform wird künftig nur per Login möglich sein. Damit will Reddit das Nutzererlebnis verbessern und sein Werbegeschäft stärken.

publiziert am 30.10.2026
image

Hohe Speicherpreise setzen Intel zu

Die Speicherpreise bremsen das PC-Geschäft aus. Dies wird sich laut Intel auch nächstes Jahr nicht ändern.

publiziert am 30.10.2026
image

Schweizer Softwarebranche setzt zunehmend auf KI

9 von 10 Schweizer Softwareunternehmen nutzen KI für die Entwicklung. Das treibt Investitionen hoch und macht gleichzeitig Kunden ungeduldiger.

publiziert am 30.10.2026