"Mr. Cyber" will eine Meldepflicht bei Cyber-Vorfällen

18. Juni 2020, 09:15
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Die Einführung einer Meldepflicht ist politisch umstritten. Der Bundesrat will bis Ende Jahr Grundsatzentscheide fällen.

Die Schweiz sei bei der Abwehr von Cyberangriffen insgesamt gut aufgestellt. Dennoch wäre eine Meldepflicht nach Ansicht von Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit, sinnvoll. Der Bund sei darauf angewiesen, dass Cyberattacken gemeldet werden. "Es ist fraglich, ob wir alles wissen und ob wir die Situation korrekt einschätzen können", sagte Schütz in einem Interview mit den Zeitungen der CH Media.
Die Meldepflicht sei zwar politisch umstritten, es komme aber darauf an, wie sie ausgestaltet werde. Der Bundesrat wolle bis Ende 2020 im Grundsatz entscheiden, ob eine Meldepflicht für Cyberangriffe eingeführt werden solle. Nicht jeder Vorfall müsse gemeldet werden. Bereits heute gebe es eine Meldepflicht für bestimmte kritische Infrastrukturen.
Viele Firmen hätten Angst vor einem Reputationsverlust, wenn sie einen Cybervorfall publik machten, so der "Mr. Cyber". "Ich gehe davon aus, dass sich das ändern wird. Meiner Erfahrung nach ist es immer positiv, wenn Firmen offen über Vorfälle reden."
Vielfach fehle noch das Verständnis in den Unternehmen auf Topstufe. Die Schweizer Wirtschaft habe hier eine Riesenchance. Sie habe früh mit Ausbildungen in diesem Berufsbereich begonnen. Es gebe mittlerweile sehr gute Fachspezialisten.
Schütz ist seit einem Jahr Delegierter des Bundes für Cybersicherheit.  Der Bund hat im letzten Jahr im Bereich Cybersicherheit 24 neue Stellen geschaffen. Die Anstellung von knapp nochmals so vielen Spezialisten hat er in diesem Jahr beschlossen

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