Mit Philipp Pollak als Partner steigt Senacor Technologies ins Schweizer Dienstleistungsgeschäft für Banken und Versicherungen ein. Das deutsche Beratungs- und Software-Haus ist schon in Österreich vertreten und expandiert nun in den ganzen DACH-Raum, bestätigt auf Anfrage Pressesprecher Florian Bongartz.
Aktuell sei man an der Splügenstrasse in Zürich vertreten, suche aber noch einen offiziellen Office-Standort, fügt er an. Bis Ende Jahre plane man 10 weitere Mitarbeitende an Bord zu haben und hoffe in den beiden Folgejahren dann mit insgesamt 30 Angestellten in der Schweiz vertreten zu sein. Bis es soweit sei, würde "im Homeoffice oder in Co-Working-Spaces beziehungsweise beim Kunden vor Ort" gearbeitet, so Bongartz.
Kleine Finanzhäuser im Visier
Vom Standort Zürich aus wolle man insbesondere kleinere Banken adressieren, erklärt er weiter. Man verstehe sich als Digitalisierer, der nicht nur die Strategie liefert, sondern auch die Umsetzung übernimmt. Das sei möglich, weil das derzeit rund 590 Mitarbeitende zählende Unternehmen etwa je zur Hälfte aus Beratern und Software-Entwicklern bestehe.
Senacor stellt sich selbst als unabhängigen Dienstleister für Business-IT-Transformation vor. Man habe beispielsweise Erfahrungen mit den Kernbankensystemen von Temenos und Avaloq, sei aber "kein zertifizierter Partner, um herstellerunabhängig zu bleiben", so Bongartz. Zudem arbeite man mit dem Kernbanksystem von Tata (TCS), sowie mit den Newcomern Mambu und Modularbank.
Kunden von kleineren Kantonal- sowie Regional- und Genossenschaftsbanken wollen das gleiche digitale Erlebnis haben wie Grossbanken, heisst es in einer Mitteilung von Senacor. Da es kleinen Instituten aber schwerer falle, solche Wünsche zu erfüllen, müsste man sich genau überlegen, was sie wem anbieten und wie sie das technisch umsetzen wollen. "Digitaloffensiven für wenige Tausend Kunden rechnen sich fast nie, gefragt sind kluge Lösungen", betont das Unternehmen. Und genau hier wolle man sich als Branchenkenner und mit IT-Know-how einbringen.
Genau dafür bringe auch der 33 Jahre alte Finanzwissenschaftler Pollak die entsprechende Expertise mit. Er komme vom Berater Capco und sei auf digitale Plattformen im Retail-und Private-Banking spezialisiert. "Dieses Geschäft soll er in der Alpenrepublik aufbauen und den Markteintritt von Senacor begleiten", wird denn auch betont.
Die derzeit rund 590 Beschäftigte von Senacor stehen als Berater, Projektleiter, Analysten und Software-Entwickler im Einsatz, wird weiter mitgeteilt. Sie bauen "IT-Landschaften von grossen Unternehmen aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Automotive, Logistik und öffentlicher Verwaltung um und digitale Plattformen von der Konzeption über Planung und Steuerung bis hin zur Umsetzung auf".
Zuletzt sei 2020 ein Jahresumsatz von 147 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Laut Mitteilung unterhält das Unternehmen neben den DACH-Standorten auch ein Nearshore-Entwicklungszentrum in der Slowakei.