Nokia Siemens Networks legt los

2. April 2007 um 10:25
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Zum Start wurden gleich mal die Prognosen gesenkt.

Zum Start wurden gleich mal die Prognosen gesenkt.
Nokia Siemens Networks, das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens, das im Infrastrukturmarkt für Telekommunikationsunternehmen tätig sein wird, hat am 1. April offiziell den Betrieb aufgenommen. Trotzdem hofft man bei Siemens und Nokia natürlich, dass das Joint Venture nicht als Aprilscherz in die Geschichte eingehen wird: "Wir starten als einer der Marktführer und haben ein ganz klares Ziel vor Augen - wir wollen die Nummer Eins werden", erklärte der frischgebackene CEO von Nokia Siemens Networks, Simon Beresford-Wylie, am Samstag selbstbewusst.
Zum Start gab es allerdings gleich einen kleinen Dämpfer für das ehrgeizige Unternehmen: das Marktumfeld ist nicht so gut, wie man vor einigen Monaten noch erwartete. Die Aussichten bezüglich der Marktentwicklung seien schwächer geworden und in manchen Regionen gebe es Anzeichen für einen Ausgabenrückgangs, so Nokia. Statt von einem "geringen" gehe man daher nun von einem "sehr geringen Marktwachstum im Segment Mobil- und Festnetzinfrastrukturen und verwandte Dienste" aus.
Momentan ist Nokia Siemens Networks hinter Alcatel-Lucent und Ericsson die Nummer drei in der Telco-Ausrüsterbranche. Die in das Joint Venture eingebrachten Geschäftsbereiche von Nokia und Siemens erwirtschaften letztes Jahr zusammengenommen einen Umsatz von 17,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 60'000 Angestellte in rund 150 Ländern und ist organisatorisch in fünf Geschäftsgebiete aufgeteilt: "Radio Access"(Mobilfunknetze), "Broadband Access" (Festnetze), "Service Core and Applications" (Telekommunikationsdienste- und Anwendungen), "IP Transport" (Datentransportlösungen für Mobilfunk- und Festnetze)und "Operations Support Systems" (Services und Outsourcing für Netzbetrieb). Bereichsübergreifend arbeiten rund 20'000 Angestellte von Nokia Siemens Networks im Bereich Services.
Allerdings dürfte der schon anlässlich der ersten Ankündigung des Joint Ventures im letzten Juni bekannt gegebene Sparplan – bis 2010 sollen die Betriebskosten um rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr gesenkt werden - im Laufe der Zeit einige tausend Stellen kosten. Wie viele Mitarbeitende Nokia Siemens Networks anfangs in einzelnen Länderniederlassungen, also auch der Schweiz, beschäftigt, möchte das Unternehmen gegenwärtig noch nicht kommunizieren, wie uns Pressesprecher Stefan Müller auf Anfrage erklärte.
Von der ersten Ankündigung des Joint Ventures bis zu seinem offiziellen Start sind rund zehn Monate vergangen, drei mehr, als ursprünglich geplant. Der Grund für die Verzögerung war die Korruptionsaffäre bei Siemens. Die Affäre steckt auch noch tief in den Hinterköpfen des Managements des neuen Unternehmens. Ein Zeichen dafür, ist, dass sich Beresford-Wylie bemüssigt fühlte, explizit zu erklären man wolle "als Unternehmen wahrgenommen werden, das höchsten Ansprüchen an ein ethisch einwandfreies und integres Geschäftsgebahren genügt." (Hans Jörg Maron)

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