Pandemie macht Ricoh im Kern­geschäft zu schaffen

17. Juni 2021, 12:51
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Im Printing-Bereich verzeichnete das Unternehmen Umsatz- und Gewinn­rückgang. Die Office Services und IT-Dienst­leistungen hingegen werden immer wichtiger.

Nach Marktanteilen sei Ricoh immer noch die Nummer 1 im Printingbereich – weltweit, in Europa und auch der Schweiz, erklärte Daniel Tschudi, CEO von Ricoh Schweiz, an der Pressekonferenz zum Finanzjahr 2020. Doch dann kamen die negativen Zahlen: Die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen in seiner Kernsparte schwer zu schaffen gemacht, weil wegen Homeoffice in den Büros sehr viel weniger gedruckt wurde.
Global ging der Umsatz um 16% auf 14,8 Milliarden Franken zurück. In Europa sind es minus 12%, der Reingewinn brach im Vergleich zum 2019 um 39% ein. "Trotzdem stehen wir auch im Vergleich zu unseren Konkurrenten gut da", sagte Tschudi, "dies nicht zuletzt dank unseren schon vor der Pandemie eingeleiteten Transformation."
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Daniel Tschudi.

Bei den Services "sind die Auftragsbücher voll"

Zeichen der Transformation sei der wachsende Bereich Office Services: IT-, ECM- und Communication Services. Dieser mache global bereits 32% des Umsatzes aus (+ 4%). In der Schweiz liege der Anteil der Dienstleistungen am Gesamtumsatz bei 47%. So seien die Geschäftsfelder Communication- und ECM-Services hierzulande um 178 respektive 111% gewachsen. "Die Auftragsbücher sind hier voll, und die Aufträge nehmen zu", so Tschudi. Unter allen EMEA-Vertretungen von Ricoh liege die Schweiz mit ihren Zahlen auf Platz 7 und habe auch 2020 profitabel gearbeitet.
Im Zentrum der Ricoh-Strategie stehe die "digitale Innovation", sagte Tschudi. Darunter verstehe man einerseits Akquisitionen. Ricoh habe allein in Europa in den letzten 12 Monaten 18 Unternehmen übernommen. Das zweite seien "Digital Factories": Man wolle das Know-how den Kunden in Europa grenzübergreifend anbieten. Ein Beispiel seien hier die Lake-Cloud-Lösungen, die nicht nur Lake- und Ricoh-Kunden in der Schweiz, sondern in ganz Europa angeboten würden.

Service-Segment soll auf über 50% wachsen

Lake Solutions wurde 2019 von Ricoh übernommen. Lake-CEO Walter Borgia erklärte, man habe im Oktober 2020 eine neue Abteilung "Modern Workspace" gegründet. "Darunter verstehen wir, dass der Kunde mit jedem Gerät auf seine Daten zugreifen kann, egal wo sich diese befinden. Sei es in der Public Cloud, der Private Cloud, in der Lake Trusted Cloud oder einer anderen Cloud-Lösung." Er verwies dabei auf den hohen Partner-Status, den man mit Microsoft 365, Citrix, HPE oder Dell habe.
"Wir wollen unseren Printing-Kunden auch Lösungen im Workflow- oder im Cloud-Bereich anbieten können", hatte zuvor CEO Daniel Tschudi als Ausblick gesagt. "Wir wollen die IT-, ECM- und Communication Services ausbauen. Unser Offices-Segment soll in den nächsten zwei Jahren über 50% erreichen. Dies soll aber nicht auf Kosten des Printing-Bereichs gehen, auch dort wollen wir unseren Marktanteil ausbauen."

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