Nach der Meinung des in der Spieleindustrie renommierten Finanzanalysten Michael Pachter von Wedbush Morgan Securities könnte Sony den bisher für das Frühjahr 2006 (In Japan) vorgesehenen Marktstart seiner neuen PlayStation3 durchaus um bis zu ein Jahr verschieben. Das wäre ein harter Schlag für die Spielesoftwareindustrie, die gegenwärtig schon heftig für die zu erwartenden Titel für die neue Konsolengeneration trommelt.
Pachters Szenario ist zwar hoch spekulativ, gibt aber einige interessante Einblicke in die Mechanismen des Konsolenmarkts. Der Hintergrund ist, dass die Hersteller ihre Konsolen am Anfang ihres Lebenszyklus meist unter den Herstellungskosten verkaufen (müssen). Erst im Laufe der Zeit können sie auch an der Hardware verdienen. Für Sony wird also der Launch der PS3 zuerst einmal zwangsweise die Verluste erhöhen, was für den japanischen UE-Riesen, der in letzter Zeit
sowieso nicht mehr glänzen konnte, besonders ungelegen käme.
Der Schlüsselfaktor für das Timing des PS3-Starts könnte daher gemäss Pachter das Abschneiden von Microsofts Xbox 360 sein, die Ende dieses Jahres herauskommen soll. Sony wird, so Pachter, parallel zum Xbox-Launch den Preis für seine PS2 stark senken, wahrscheinlich auf 99 Dollar, um so der Xbox 360 den Schwung zu nehmen.
Läuft es für die XBox trotzdem gut, wird Sony nicht umhin kommen, wie geplant mit der PS3 nachzuziehen. Falls die Xbox allerdings floppt, gibt es für Sony keinen Grund mehr, sich zu beeilen. Denn Sony kann nach den Schätzungen Pachters auch an einer 99-Dollar-PS2 noch Geld verdienen – mit der PS3 wird Sony anfangs wie erwähnt auf jeden Fall geld verlieren. (hjm)