Der BlackBerry-Hersteller enttäuscht die Finanzanalysten. Ein Abgang im Management gibt ebenfalls zu reden und eine Patentklage wurde auch eingereicht.
Research in Motion (RIM), Hersteller der BlackBerry-Smartphones, hat gestern seine Zahlen für erste Quartal des laufenden Jahres bekannt gegeben, das am 28. Mai zu Ende gegangen ist. Der Umsatz wuchs demnach um 16 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Das sind aber 16 Prozent weniger als die 5,6 Milliarden Dollar im vorangehenden Quartal.
Halbe Million Playbooks verkauft
Deutlich am meisten Umsatz macht RIM mit Hardware, nämlich fast vier Fünftel, während nur ein Fünftel auf Services und lediglich zwei Prozent auf Software entfielen. Der kanadische Hersteller verschiffte laut Mitteilung ungefähr 13,2 Millionen BlackBerrys - das ist noch weniger als in der
Gewinnwarnung Ende April mit 13,5 und 14,5 Millionen verkündet worden war.
Immerhin konnte das Unternehmen mit dem Verkauf des Ende des vergangenen Jahres lancierten
Playbook-Tablets für Schlagzeilen sorgte.
Bei der Präsentation der Ergebnisse stellte RIM auch gleich ein Sparprogamm fürs zweite Quartal in Aussicht, welches Doppelspurigkeiten beseitigen soll. Dabei werden auch Stellen gestrichen, wie viele ist noch unklar.
Ungemach von mehreren Seiten
RIM enttäuschte mit den Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten. Erst vor wenigen Tagen berichtete der britische 'Inquirer' über eine Morgan-Stanley-Studie, wonach RIM durch ineffiziente Forschung und Entwicklung "jede Gelegenheit vertan und den Vorsprung auf die Konkurrenz eingebüsst und diese falsch eingeschätzt" habe.
RIM droht aber nicht nur an der Wall Street Ungemach. Wie das 'Wall Street Journal' gestern berichtete, habe RIMs COO Don Morrison aus medizinischen Gründen eine Auszeit angetreten. In US-amerikanischen IT-Medien wird allerdings spekuliert, dass er entlassen wurde.
Zudem wurde vor zwei Tagen bekannt, dass der Audiospezialist Dolby RIM gleich in San Francisco und Mannheim wegen angeblichen Patentverletzungen einklagt. Während "alle" RIM-Konkurrenten für die Nutzung bestimmter Dolby-Audio-Technologien bezahlen würden, hätten sich die Kanadier beharrlich geweigert, dies ebenfalls zu tun. (pk)
Das Playbook von RIM hat sich 500'000 Mal verkauft. Den Turnaround hat es noch nicht ausgelöst. (Bild: RIM)