RIM immer tiefer im Sumpf

29. Juni 2012 um 08:41
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Umsatzsturz, eine halbe Milliarde Dollar Verlust, Massenentlassungen. Und der Launch der nächsten OS-Generation verzögert sich.

Umsatzsturz, eine halbe Milliarde Dollar Verlust, Massenentlassungen. Und der Launch der nächsten OS-Generation verzögert sich.
Der Absturz von Research In Motion (RIM), dem kanadischen Hersteller der BlackBerry-Smartphones, hat sich in den letzten Monaten unter der neuen Führung nicht verlangsamt, sondern beschleunigt. Wie RIM gestern Abend bekannt gegen musste, wurden im vergangenen Quartal weltweit nur noch 7,8 Millionen BlackBerrys verkauft. Im Quartal zuvor waren es noch 11,1 Millionen - im gleichen Quartal des Vorjahrs 13,2 Millionen. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um ein glattes Drittel auf noch 2,8 Milliarden Dollar. Trotz bereits eingeleiteter Sparmassnahmen sank zudem auch die Bruttomarge um mehr als fünf Prozent auf 28 Prozent, und unter dem Strich resultierte ein Nettoverlust von 518 Millionen Dollar.
RIM, der einstige Vorreiter im Smartphone-Geschäft, hatte nach dem Markteinstieg von Apple den Eintritt ins "Touch"-Zeitalter bei Smartphones verpasst. Der zahlenmässige Niedergang begann zwar erst vor rund einem Jahr, verläuft aber seither immer steiler. Mittlerweile steht das kanadische Unternehmen mindestens bis zu den Knien im Sumpf. Das Unternehmen hat zwar eine satte Bargeldreserve von 2,2 Milliarden Dollar, aber Beobachter befürchten, dass auch diese dem Unternehmen nicht mehr viel nützen könnte. Ein Indiz dafür ist, dass RIM beim aktuellen Aktienkurs, trotz aller Reserven nur noch mit einem Gesamtwert von 4 Milliarden Dollar bewertet wird. Der Ruf nach drastischen Massnahmen, beispielsweise einem Verkauf des Unternehmens, wird daher immer lauter.
Der grosse Hoffnungsträger von RIM ist die nächste Generation des BlackBerry-Betriebssystems, BlackBerry 10, das laut Management ein grosser Wurf werden und alles wieder ins Lot bringen soll. Nun wird aber immer zweifelhafter, dass RIM diese Rettungsleine noch rechtzeitig auswerfen kann. Wie CEO Throsten Heins gestern eingestand, wird Blackberry 10 nicht wie geplant noch dieses Jahr fertig. Mit dem Launch ist frühestens Anfang nächstes Jahr zu rechnen. Damit verpasst RIM zumindest das wichtige Weihnachtsgeschäft.
Unter dem Eindruck der katastrophalen Quartalszahlen will RIM nun seine Sparbemühungen noch weiter verstärken. Bis 2013 sollen rund 5000 Jobs gestrichen werden. Das wären fast ein Drittel der gegenwärtig etwa 16'500 Arbeitsplätzen des Unternehmens. Daneben plant RIM unter anderem die Auslagerung von Teilen seines Supports, insbesondere von Reparaturen, an Drittunternehmen. (hjm)

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