RZ Winterthur: Lange Gesichter bei Green.ch

19. Mai 2014 um 13:20
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Ende 2012 erhielt Green.ch noch den Zuschlag für die Rechenzentrums-Einmiete der Stadt Winterthur. Doch nun kommt der Kanton Schaffhausen zum Zug.

Ende 2012 erhielt Green.ch noch den Zuschlag für die Rechenzentrums-Einmiete der Stadt Winterthur. Doch nun kommt der Kanton Schaffhausen zum Zug.
Das Stimmvolk der Stadt Winterthur hat gestern entschieden, dass die Gartenstadt wie geplant kein eigenes Rechenzentrum bauen, sondern RZ-Leistungen vom Informatikunternehmen von Kanton und Stadt Schaffhausen (KSD) beziehen soll. Die Frage, ob Winterthur ein eigenes Rechenzentrum bauen soll oder eine Miete genügt, wurde in den letzten Jahren heftig diskutiert.
Bereits mehrere Monate vor der Abstimmung, im Herbst 2012, hatte Winterthur vorsorglich zwei "potenzielle Zuschläge" vergeben: Green.ch erhielt den Zuschlag, falls sich Winterthur für eine Einmietung (Colocation) entscheiden sollte. Der Generalunternehmer Turnkey Communication wurde ausgewählt, falls man sich für einen Eigenbau entscheiden würde. Markus Freuler von den Informatikdiensten der Stadt Winterthur (IDW) stellte schon damals klar, dass die Zuschläge an Green.ch und Turnkey unter dem Vorbehalt der rechtskräftigen Kreditgenehmigung durch die zuständigen Instanzen erteilt wurden. Die ausgewählten Firmen hatten demzufolge keinen Anspruch auf den Abschluss eines Vertrags.
KSD statt Green.ch
Nun, da sich das Volk für Colocation ausgesprochen hat, sollte man meinen, dass Green.ch den Auftrag in Höhe von über neun Millionen Franken erhält. Doch dem ist nicht so: Winterthur hat sich ein Jahr nach dem Zuschlag an Green.ch mit dem neu entstandenen KSD in Schaffhausen geeinigt. Die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit KSD hätten für die Stadt Winterthur eine "qualitativ hochwertige Lösung" ergeben, welche zudem "deutlich günstiger ist als alle bisher geprüften Varianten" sei. Green.ch wurde der Zuschlag schon Mitte 2013 entzogen, nun zieht Winterthur auch den Zuschlag an Turnkey zurück, wie Freuler gegenüber inside-it.ch sagt.
Green.ch kritisiert das Vorgehen der Stadt: "Wir sind befremdet über das Vorgehen in der Ausschreibung der Informatik der Stadt Winterthur, nehmen aber selbstverständlich das Abstimmungsresultat zur Kenntnis", heisst es bei Green.ch auf Anfrage. Freuler sagt, man habe die Vergabe an Green.ch bereits im Juli 2013 widerrufen, worauf Green.ch auf rechtliche Schritte verzichtet habe. Da es sich bei KSD um eine öffentliche Verwaltung handle, könne die Vergabe des Colocating-Auftrages an KSD zudem als eine "in-state"-Vergabe betrachtet werden, welche "nach herrschender Lehre dem Submissionsrecht nicht untersteht", so Freuler. Beide potenzielle Zuschlagsempfänger seien nach Aufnahme der Verhandlungen mit KSD darüber informiert worden, dass eine alternative Lösung evaluiert werde, welche zum Zeitpunkt der Zuschläge im Herbst 2012 noch nicht vorhanden war. (mim)

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