(Update) Sage Schweiz hat einen neuen Besitzer

6. April 2021, 09:01
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Die Infoniqa-Gruppe kauft Sage Schweiz. Wir haben nachgefragt für wieviel. Und was zum Firmenamen, Logo und der Strategie zu wissen ist.

Die im Besitz von Warburg Pincus Global Growth und Elvaston Capital befindliche Infoniqa Gruppe aus Österreich übernimmt das Schweizer Geschäft der Sage Gruppe mit den lokalen Produkten Sage Start, Sage 50 Extra und Sage 200 Extra. Das teilt die Infoniqa Gruppe mit. Der Besitzerwechsel geht für rund 50 Millionen Franken über die Bühne, wie das Unternehmen auf Anfrage von inside-channels.ch sagt.
Der Verkauf lief unter dem Namen "Project Swan" und war Mitte Dezember 2020 als Teaser-Prospekt der M&A-Abteilung der französischen Bank Rothschild & Co auf den Schreibtisch der Redaktion gefallen.
Mit dem Zukauf stärke man "insbesondere die Positionierung im strategisch wichtigen Segment der kleinen und mittelständischen Unternehmen", schreiben die neuen Besitzer.
Man wolle für alle Schweizer Kunden und Partner noch konsequenter in die Weiterentwicklung der Produkte sowie in den Kundenservice investieren, hält Léon Vergnes, Geschäftsführer von Infoniqa, fest. Die Firma ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schweizer IT Systemintegrator.

Namensverwechslung? Stellenabbau? (Update vom 6.4., 15.30 Uhr)

Statt der im Dezember 2020 im Markt herumgebotenen etwa 100 Millionen Franken ist Sage Schweiz nun für rund die Hälfte verkauft worden. Und der Zuschlag ging wie bereits spekuliert wurde, mit Infoniqa an ein ausländisches, eben österreichisches, und teilweise branchenfremdes Unternehmen.
Die hinter der Infoniqa Gruppe stehende Holding ist keine Unbekannte in der Schweiz. So ging aus ihr der IT-Dienstleister und -Systemintegrator Infoniqa SQL hervor, der 2012 aus der Infoniqa Holding herausgekauft wurde.
Damals stiess die Infoniqa Gruppe ihre IT-Dienstleistungssparte ab und fokussiert inzwischen auch hierzulande mit einem Büro in Zürich ganz auf Software- und Service-Lösungen in allen Bereichen der administrativen und strategischen Personalarbeit. Dazu zählen Personalmanagement, Personalabrechnung, Zeitwirtschaft und Outsourcing. Die Schweizer Kundschaft werde allerdings bisher aus Österreich heraus betreut, erklärt Infoniqa-Sprecherin Sventja Franzen auf Anfrage.
Die historische Verbindung von Infoniqa und Infoniqa SQL bedeutet aktuell, dass beide Unternehmen nicht nur unter dem (fast) gleichen Namen, sondern auch mit dem gleichen Logo am Markt unterwegs sind. Derzeit sei nicht absehbar, ob und wann sich das ändern werde, die "Verwechslungsgefahr bleibt vorab bestehen", erklärt Franzen zu der Problematik.
Nichts kann Franzen übrigens dazu sagen, unter welchen Namen die Produkte von Sage künftig verkauft werden.
Für Sage Schweiz als Unternehmen soll sich hingegen vorerst wenig ändern. Laut dem neuen Besitzer werden alle Mitarbeitenden übernommen. Stellen werden nicht abgebaut, so Franzen. Laut Pressemitteilung werden 130 Mitarbeitende von Sage Schweiz übernommen. Dennoch haben sich in den letzten Monaten offensichtlich einige Sage-Mitarbeitende verabschiedet: Im Gespräch mit Sage Schweiz Country Manager Thomas Hersche Anfang Januar 2021 war noch von "rund 140 Mitarbeitenden" die Rede.
Auf die Frage, ob Hersche weiter als Country Manager im Einsatz bleiben werde, sagt Franzen nur, dass ihr "nichts anderes bekannt" sei. Auch ob Hersche künftig an den Geschäftsführer von Infoniqa Léon Vergnes berichten wird, ist noch offen. Wie die künftige Firmenstruktur genau aussehen wird, ist ebenfalls noch nicht geklärt, so Franzen weiter.

"Hohe Produktkompatibilität"

Interessant bei dieser Akquisition dürfte sein, dass Infoniqa damit sein Produktportfolio um ERP-Lösungen, Finanzmanagement-Software und auf Schweizer Anforderungen zugeschnittene Payroll- und HCM-Lösungen ergänzt. Hier habe ein spezifisches Angebot hierzulande gefehlt, so Franzen. Infoniqa spricht denn auch von einer hohen Produktkompatibilität, aus der sich attraktive Synergiepotenziale ergeben.
Ausserdem baut Infoniqa mit dem Zukauf nun seinen ERP-Sektor für die DACH-Region weiter aus, nachdem man im letzten Jahr den deutschen Navision-Spezialisten Haveldata übernommen hat. Daneben gehören zum stark cloud-fokussierten Produktportfolio HR-Softwarelösungen, Services wie Lohn-Outsourcing, diverse SaaS-Angebote, Consulting und Schulungen. Infoniqa verfügt nach eigenen Angaben nun über 13 Standorte: Neben Zürich und Root/LU sind es 4 in Österreich und 7 in Deutschland.
Mit Sage Schweiz könne man den Jahresumsatz auf insgesamt 60 Millionen Euro nahezu verdoppeln, schreiben die neuen Inhaber. Künftig beschäftigt das international tätige Unternehmen insgesamt 410 Personen.

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