SAP will das grösste Business-Netzwerk der Welt aufbauen

3. Juni 2021, 08:56
  • international
  • netzwerk
  • erp/crm
  • cloud
  • sap
image

Die neue Community war eine zentrale Ankündigung von CEO Christian Klein in seiner Keynote an der Sapphire One.

Wie jeder aktuelle Keynote-Redner begann auch SAP-CEO Christian Klein seine Ansprache zur virtuellen Kundenkonferenz Sapphire One mit der Corona-Pandemie. Er fügte dann aber gleich noch "zahlreiche weitere Herausforderungen" hinzu: von geopolitischen Spannungen über sozialen Ungleichheiten bis zum Klimawandel.
Daraus würden sich drei Erkenntnisse aus dem letzten Jahr ableiten lassen: Die widerstandsfähigsten Unternehmen seien die, welche sich Technologie für ihre Transformation zu Nutze machen und ihre Geschäftsprozesse "radikal überdenken" würden. Netzwerke würden dabei immer wichtiger, so Kleins zweite Erkenntnis. "Kein Unternehmen macht allein Geschäfte." Und schliesslich, "müssen wir jetzt handeln im Bezug auf Nachhaltigkeit".
Hier will SAP mit neuen Analysetools helfen, die Daten zu allen Nachhaltigkeitskennzahlen des Weltwirtschaftsforums zu liefern. Diese Kennzahlen sollen als globale Standards etabliert werden. Teil dieses Nachaltigkeit-Portfolios ist die Lösung Responsible Design and Production, die Produktdesigner dabei unterstützen soll, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Weiter die Lösung Product Footprint Management, mit der sich Nachhaltigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus verfolgen lässt, sowie Sustainability Control Tower für durchgängige Transparenz in Unternehmen.

Drei Netzwerke verschmelzen zu einem

Zentrale Ankündigung von Klein war aber das neue SAP Business Network. "Unser Ziel ist es, die weltweit grösste Business Community aufzubauen, über die sich Kunden einfach mit Unternehmen in ihren Lieferketten vernetzen können und eine Vernetzung der Wirtschaft über Branchen hinweg erreicht wird", erklärte der CEO.
Im neuen Netzwerk werden zuerst die drei bereits bestehenden Netzwerke Ariba, Logistics Network und Intelligence Network zusammengeführt. Dies führe über 5,5 Millionen Unternehmen zusammen.
Mitglieder werden über ein zentrales, einheitliches Portal auf das Netzwerk zugreifen können. Dort würden sie einen kompletten Überblick über die Unternehmen in ihrer Logistikkette, ihre Logistik und Lieferströme, das Anlagenmanagement und die Instandhaltung erhalten. Paige Cox, Global Head of SAP Business Network, erklärte, es solle ein Many-to-many-Netzwerk entstehen, das alle Punkte der Zusammenarbeit an einem Ort zusammenführe.
"Unternehmen können ihr Ökosystem erweitern und neue Handelspartner entdecken", so Cox. "Das Network dient als Plattform mit offenen APIs, die mit Netzwerken von Drittanbietern, Branchennetzwerken und anderen Mehrwertdiensten verbunden sind."

 


image

Verlagerung in die Cloud wird forciert

Weiter gab SAP auch Cloudneuerungen bekannt. Die angestrebte Verlagerung der Kunden in die Cloud mit dem Service "Rise with SAP", der im Januar 2021 startete, wird forciert. Neu werden Transformationspakete für verschiedene Industrien angeboten: branchenspezifisches Cloudlösungen für den Handel, die Konsumgüterindustrie, die Automobilbranche, die Versorgungswirtschaft sowie den Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau.
Die Business Technology Platform (SAP BTP) erhält drei neue Funktionen. Analytics Cloud bietet nun Funktionen für die operative Personalanalyse und -­planung mit Integration in SuccessFactors-Lösungen. Über einen neuen Datenmarktplatz als Teil der Data Warehouse Cloud können sich Kunden und Partner mit Datenanbietern aus verschiedenen Branchen und Geschäftsbereichen vernetzen. SAP erweitert zudem sein Low-Code/No-Code-Angebot: Intelligent Robotic Process Automation Services kann nun Benutzerinteraktionen erfassen und automatisieren und lässt sich mit SAP Process Insights integrieren, um Automatisierungsmöglichkeiten zu identifizieren.
Mit Process Insights sollen Unternehmen Möglichkeiten zur Prozessverbesserung finden und priorisieren können. Die Lösung wird durch die Technologie von Signavio unterstützt. SAP hatte das auf Prozessmanagement spezialisierte Startup mit Hauptsitz in Berlin und einer Niederlassung in Zug im Januar für eine Milliarde Euro gekauft.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

USA gegen Russland: Wahl um ITU-Präsidium ist entschieden

Die International Telecommunications Union (ITU) der UNO wird neu von einer Amerikanerin geleitet. Doreen Bogdan-Martin setzte sich gegen einen Russen durch.

publiziert am 29.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022