Schweizer Software-Schmiede Symfact nach Dänemark verkauft

29. Oktober 2021, 08:00
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Die dänische Software-Firma Scanmarket hat den in Sugiez ansässigen Anbieter von Compliance-Management-Software übernommen.

Mit der strategisch genannten Akquisition will Scanmarket,  ein im dänischen Aarhus ansässiger Experte für S2C-Lösungen (Source to Contract), seine DACH-Präsenz ausbauen. Das teilt der neue Besitzer zum Kauf der im freiburgischen Sugiez angesiedelten Firma Symfact mit. Zu den finanziellen Details der Übernahme des fast 20-jährigen Unternehmens mit 22 Mitarbeitenden habe man Stillschweigen vereinbart.
Auf Anfrage unterstreichen die neuen Besitzer, dass der Verkauf keine Nachfolgeregelung für den bisherigen  Firmenmitgründer und CEO Andreas Kyriakakis sei. Neben 4 weiteren Mitarbeitenden war Kyriakakis Mehrheitsaktionär von Symfact. Man sei sehr froh, dass er mit seinem enormen Fachwissen solange im Unternehmen bleiben werde, wie er seinen Beitrag zum Geschäft liefern könne, heisst es aus Dänemark. Kyriakakis  sei sehr motiviert, fokussiere künftig auf den Vertrieb und das Development und sehe die Akquisition als wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung von Symfact, so Scanmarket.
Weiter ist einer Mitteilung zu entnehmen, dass der neue Besitzer mit Hilfe der Niederlassungen und der Vertriebsmitarbeitenden von Symfact die Marktpräsenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz stärken will und künftig den Ausbau mit weiteren lokalen Filialen in der Region plant. Da Symfact auch über eine Niederlassung in Kanada verfüge, weite man auch seine bestehende Vertretung in Nordamerika aus.
Abgesehen von dieser Markterweiterung bestehen auch grosse Synergiepotentiale bei den Portfolios, heisst es weiter. Während Scanmarket mit seiner Beschaffungsplattform alle Leistungen rund um das Contract Lifecycle Management anbiete, könnten mit den Lösungen von Symfact finanzielle, unternehmensbezogene und persönliche Risikofaktoren automatisch identifiziert und in das Vertragsmanagementsystem (CLM) integriert werden.
Gemeinsam liefere man nun vielfältige Möglichkeiten, Lieferketten zu schützen und damit die Einhaltung von Lieferzusagen zu gewährleisten und erlaube zudem eine kontinuierliche Lieferkettenüberwachung und Risikobewertung.
Mit dem Verschmelzen der beiden Produkteportfolios folge man dem Trend eines zunehmend zusammenwachsenden Marktes, wird betont. So stünden beispielsweise Scanmarket-Kunden vor der Herausforderung, Lieferantenverträge hinsichtlich der Anforderungen der jeweiligen Rechtsberatungsteams zu prüfen, eine "Interessengruppe mit wachsendem Einfluss auf zukünftige Beschaffungsvorgänge", wie es heisst.
Hierzu teilt Scanmarket mit, dass man durch den Zukauf der Schweizer nun zusätzliche Ressourcen und Technologien in Sachen KI integrieren können. Hiermit treibe man die Automatisierung und das maschinelle Lernen in allen Produktbereichen voran. Das lasse sich beispielsweise in der juristischen Vertragsanalysen zur Identifizierung von Risiken, Metadaten und fehlenden Paragraphen produktiv einsetzen. Für juristische Teams, die mit einer grossen Anzahl an Verträgen konfrontiert sind, biete man somit neue Einsatzmöglichkeiten.

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