Studie: Nachfrage nach "Software-Robotern" zieht massiv an

28. Juni 2018 um 13:30
  • innovation
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Ein grosser Teil der Unternehmen im DACH-Raum will in den nächsten Jahren Prozesse robotergesteuert automatisieren.

Ein grosser Teil der Unternehmen im DACH-Raum will in den nächsten Jahren Prozesse robotergesteuert automatisieren.
Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen ISG hat den Markt für robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) in der DACH-Region unter die Lupe genommen. Laut Umfrage wird sich die gegenwärtig verhaltene Nachfrage nach der Technologie bis 2020 "massiv erhöhen".
Unter RPA verstehen die Marktforscher Technologien, mit denen sich Geschäftsprozesse automatisieren lassen, ohne die Prozesse oder die unterstützenden IT-Systeme anpassen zu müssen. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte "Software-Roboter", also Software, die Daten in die Benutzeroberflächen von IT-Systemen eingibt. Im Vergleich zu klassischen Ansätzen der Automatisierung, die ein Reengineering der Prozesse sowie eine Anpassung in den IT-Systemen bedingen, sei RPA ein einfacherer Weg, um Geschäftsprozesse produktiver zu gestalten, erklärt Andreas Lüth, Partner bei ISG. Die Technologie kommt deshalb insbesondere bei transaktionsreichen Geschäftsabläufen zum Einsatz, bei denen die unterstützenden IT-Systeme nicht gut vernetzt sind.
Derzeit zähle ein Drittel der befragten 248 Unternehmen aus dem DACH-Raum zu den Pionieren, die mindestens zehn Geschäftsprozesse auf RPA umgestellt hätten. Fast ein Fünftel habe noch keine Projekte gestartet und über die Hälfte konzipiere oder pilotiere derzeit erste Vorhaben.
Dieses Bild soll sich aber in den nächsten zwei Jahren stark verändern. Nur gerade sechs Prozent wollen laut Umfrage in diesem Zeitraum keine RPA-Projekte starten. Dem stehen 60 Prozent gegenüber, die im Jahr 2020 mindestens zehn Prozesse auf RPA umgestellt haben wollen – die Hälfte davon will bis dann sogar mehr als 25 Geschäftsprozesse an "Software-Roboter" übergeben. Dies sei europäischer Spitzenwert, so ISG. Im übrigen Europa lagen die Zahlen laut einer parallel durchgeführten Erhebung von ISG im Schnitt etwa ein Drittel tiefer.
Die Wertschöpfung wird sich durch RPA nach Angaben der Umfrageteilnehmer vor allem im Bereich Einkauf, Logistik und Supply Chain verändern, wie 44 Prozent sagten. An zweiter Stelle rangiert mit zwei Prozentpunkten weniger der Bereich Kundenbetreuung und Auftragsbearbeitung.
Entsprechend der Entwicklung wurden auch die entsprechenden Budgets bereits erhöht: Lediglich bei 15 Prozent der Unternehmen blieb das Budget im Vergleich zu 2017 gleich oder wurde gar gekürzt. Bei den meisten stieg es zwischen zehn und 20 Prozent, bei jedem zwölften Unternehmen gar um mehr. Verantwortlich oder zumindest rechenschaftspflichtig für die Kaufentscheidungen im Bereich RPA ist in 80 Prozent der befragten Firmen der CIO, dahinter folgt mit 73 Prozent der CFO.
Den Hauptbremsklotz für den Einsatz von RPA sehen 43 Prozent in Sicherheitsbedenken. Ebenfalls häufig genannt wurden Schwierigkeiten im Bereich Governance, Risk & Compliance. Zudem nannten je ein Drittel der Befragten fehlende Rückendeckung durch die Führungsebene sowie mangelnde Unterstützung der durch die IT. (ts)

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