Swisscom führt dieses Jahr SMS-Nachfolger RCS ein

18. Juni 2018, 14:34
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Den SMS-Nachfolger Rich Communication Services (RCS) gibt es bereits seit einigen Jahren und er wurde in ersten Ländern ausgerollt.

Den SMS-Nachfolger Rich Communication Services (RCS) gibt es bereits seit einigen Jahren und er wurde in ersten Ländern ausgerollt. Nun steigt Swisscom als erster Schweizer Anbieter ein, wie die 'NZZ am Sonntag' berichtet. "Wir sehen RCS als natürliche Fortentwicklung der SMS", so das Unternehmen zur Zeitung. RCS soll noch im laufenden Jahr von Swisscom eingeführt werden, während die Entscheidungen bei Sunrise und Salt noch nicht gefallen seien.
Wie bei einer SMS reicht für RCS-Nachrichten eine gültige SIM-Karte aus. Neben Textnachrichten lassen sich über RCS aber auch komplexere Informationen verschicken, wie Bilder und Dateien. Daneben lassen sich Gruppen-Chats führen oder der Standort teilen. Anders als bei den Messenger-Diensten wie WhatsApp und Co, die die traditionelle SMS mehr oder weniger verdrängt haben, ist für RCS-Nachrichten keine Registrierung nötig. Damit erhoffen sich die Telcos, wieder Marktanteile zurückgewinnen zu können, wie die 'NZZ am Sonntag' weiter schreibt.
Einige internationale Telcos unterstützen den neuen Standard, der unter der Leitung des Industrieverbands der Mobilfunkanbieter GSMA entwickelt wurde. Der Dienst wurde bereits in mehreren Ländern, allerdings unter verschiedenen Namen, lanciert. Man kennt ihn etwa unter den Namen Message+, SMS+, Joyn und Message+Call.
Laut 'NZZ am Sonntag' gilt Japan als Vorreiter, wo seit Mai alle drei grossen Mobilfunkanbieter RCS eingeführt haben. Laut einer von der Zeitung zitierten Schätzungen soll es in weniger als einem Jahr weltweit eine Milliarde RCS-Anschlüsse geben.
Wird eine RCS-Nachricht verschickt aber auf der Seite des Empfängers nicht unterstützt, wird die Nachricht in Text umgewandelt, schreibt 'Digitaltrends.com'. Ein Nachteil von RCS im Vergleich mit WhatsApp ist allerdings, dass die Nachrichten, wie SMS, unverschlüsselt übertragen werden.
Die Nutzung werde für Swisscom-Kunden kostenlos sein, und auch Daten werde Swisscom nicht auswerten oder weitergeben, zitiert '20 Minuten' einen Unternehmenssprecher. Inwiefern das Google tun werde, könne Swisscom aber nicht beantworten.
Mehrere Gerätehersteller, darunter Sony, Samsung und Huawei, haben begonnen Geräte auszurollen, bei denen RCS vorinstalliert oder nativ implementiert ist. Die neue Version des SMS-Apps in Android ist RCS-fähig, so dass Anwender keine zusätzliche App installieren müssen. Für iOS-Geräte soll es von Swisscom eine entsprechende App geben. (kjo)

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