"Wir wussten, das ist heftig", sagt Switchplus-Geschäftsführer Wolfram Schmidt gegenüber inside-it.ch. Das heftige war, dass die Tochter der Stiftung SWITCH vor vier Wochen zuerst ihr Hosted-Exchange-Produkt für Businesskunden zu einem neuen Anbieter migrierte und danach gleich auch das Mail-Produkt für Privatkunden.
Dies gab zu Beschwerden Anlass: Es habe keine Vorwarnung einer Migration gegeben, keine Helpline und das am Wochenende, sagte uns ein Switchplus-Kunde.
inside-it.ch hat nachgefragt. "Nein, es habe keine überdurchschnittlichen Probleme gegeben", sagt Schmidt. "Aber bei einer Migration von 40'000 Mail-Kunden innert vier Tagen klappt nicht alles."
Man habe alle Kunden im voraus detailliert informiert und die nötigen Schritte zur Konfiguration aufgezeigt. Doch man habe bei einer ersten Tranche der Mail-Migration parallel auch die Name-Server migriert. Eigentlich war man überzeugt, dass die Name-Server zeitlich verzögert umschalten, doch dies geschah unerwarterweise innert Minuten.
Man habe aber rasch reagiert, so Schmidt, und den Rest der Name-Server-Migration dann zeitlich verzögert durchgeführt. Der Webmail-Zugang sei immer verfügbar gewesen, ebenso alle Informationen auf der Website.
Auch den Vorwurf einer fehlenden Helpline lässt er nicht gelten: "Wir haben E-Mails auch über das Wochenende schriftlich beantwortet." Telefonieren sei bei Switchplus in diesem Fall nicht üblich, "wir haben auf Self-Service gesetzt." Ein Kunde hat bei der deutschen Firma Audriga angerufen, welche Switchplus technisch bei der Migration unterstützte. Diese sei ein Technologiepartner und habe entsprechend keine Endkunden-Hotline, so Schmidt.
Ein empörter, IT-affiner Kunde sagte gegenüber inside-it.ch, er habe seine Android-Geräte auf Werkseinstellung zurücksetzen müssen, erst dann habe sich der Mailabruf wieder installieren lassen. Das kann sich der Switchplus-Chef nicht vorstellen. "Man musste SMTP und IMAP umstellen und Punkt," sagt Schmidt. Aber manche Kunden hätten sich ihre Mailclients von Dritten aufsetzen lassen und dies könne man nicht beeinflussen.
Nun ist die Migration abgeschlossen, ein Installations-Helpdesk bleibt noch einige Tage verfügbar.
Aber warum dies alles? Warum überhaupt hat Switchplus sowohl Hosted-Exchange wie E-Mail migriert? Schmidt sagt, der bisherige HEX-Partner sei zu eingeschränkt gewesen und nun könne man ein besseres Angebot machen. Und der frühere Mail-Partner habe die Preise so stark erhöht, dass man habe wechseln müssen.
"Nun gibt es sicher keine Migration mehr", sagt Schmidt. "Wir haben nun stabile neue Partner." (Marcel Gamma)