Tamedia lässt Hacker auf Medien­produkte los

20. Oktober 2021 um 13:04
  • tx group
  • tamedia
  • security
  • lücke
image

1000 Security-Spezialisten haben bereits nach Lücken beim Medien­konzern gesucht. Durch die Öffnung des Programms sollen es nochmal deutlich mehr werden.

Mit der Bug-Bounty-Jagd hat die TX Gruppe offensichtlich gute Erfahrungen gemacht. Nachdem im Frühling das Bug-Bounty-Programm für den digitalen Auftritt von '20 Minuten' geöffnet wurde, folgen nun weitere Produkte der Gruppe. 
Konkret sollen Hacker und Sicherheitsforscher in Produkten von Tamedia nach Schwachstellen suchen, etwa bei 'tagesanzeiger.ch' oder '24heures.ch'. In einem geschlossenen Programm hätten bereits 1000 Personen nach Lücken gesucht, nun wird das Programm geöffnet. Dazu baue der Medienkonzern auf die Partnerschaft mit dem Anbieter von Bug-Bounty-Programmen Bugcrowd auf.
"Durch die Öffnung soll die Zahl der Teilnehmenden noch einmal deutlich gesteigert werden. Ziel ist es, Schwachstellen auf den Newsseiten, in den Apps und den Backend-Systemen von Tamedia zu finden, die es einem Angreifer ermöglichen würden, die Systeme zu überlasten", erklärt Reto Matter, Chief Technology Officer von Tamedia.

Bug-Bounty-Programme gehören "zu den wirksamsten Massnahmen"

Im November und Dezember 2020 sind die Medien von Tamedia Ziel eines gross angelegten Cyberangriffs gewesen. Neben solchen Grossangriffen würden aber auch immer wieder kleinere Attacken auf die Medien und weitere Produkte der Gruppe stattfinden. Die Zahlen hierzu würden schwanken, erklärt das Unternehmen. DDoS-Angriffe beispielsweise würden in Wellen kommen und man sehe hier monatlich kleinere und grössere Angriffe. Typischerweise seien Medienhäuser vor allem an Weihnachten grossen Angriffswellen ausgesetzt.
"Wir investieren laufend in Security-Massnahmen, die sich insbesondere bei Cyber-Angriffen auszahlen", sagt Andreas Schneider, CISO der TX Group. Die Bug-Bounty-Programme würden seit längerem zu den wirksamsten Massnahmen in der Product-Security-Strategie gehören.
Damit würden aber nicht nur Schwachstellen gefunden. Man wolle auch daraus lernen. "Die Erkenntnisse aus unseren Bug-Bounty-Programmen nutzen wir, um unsere Entwicklerinnen und Entwickler entsprechend zu schulen", so Schneider.
Die ausbezahlte Prämie hängt vom Schweregrad der Lücke ab. Wie aus der Programm-Seite von Tamedia bei Bugcrowd hervorgeht, wurden bis anhin 29 Funde mit einer durchschnittlichen Prämie von etwas über 2000 Dollar belohnt. 

Loading

Mehr zum Thema

image

Commvault setzt auf Cyberresilienz statt Prävention

Beim diesjährigen Commvault Shift in Zürich wurde deutlich, wie stark sich der Fokus der Cybersicherheit verschiebt: weg von reiner Prävention hin zu schneller Wiederherstellung im Ernstfall.

publiziert am 12.5.2026
image

Ivanti-Lücke wird bereits angegriffen

Der Softwarehersteller patcht gleich fünf Schwachstellen. Eine wird aktiv ausgenutzt und ruft Security-Behörden auf den Plan.

publiziert am 11.5.2026
image

Finanzplatz Schweiz schafft Cyber-Krisenstab

Eine neue Krisenkoordinationszelle soll künftig verhindern, dass ein gezielter Cyberangriff auf den Finanzplatz Schweiz weitreichende Auswirkungen haben kann.

publiziert am 11.5.2026
image

Bund wiegelt ab wegen Spam-Attacke auf Waadtländer Parlament

Das Bacs stuft den Angriff als politischen Aktivismus ein. Daten seien keine abgeflossen.

publiziert am 11.5.2026