Zuerst in Suchresultaten, später auch im persönlichen Stream. Wie reagieren die Twitterer?
Wie 'TechCrunch' und die 'New York Times' gestern Nacht berichteten, wird der Microbloggingdienst "Twitter" ab heute beginnen, unter dem Titel "Promoted Tweets" Werbung aufzuschalten. Das ist der erste grössere Versuch von Twitter, seine riesige weltweite Usergemeinde in eine Einnahmequelle umzumünzen.
Twitter startet die Aktion schrittweise. Anfänglich sollen die Werbetweets als oberste Resultate bei Stichwortsuchen auf Twitter erscheinen. Zuerst sollen zudem nur zwei bis zehn Prozent der User die Werbung zu sehen bekommen – angesichts der ersten Werbekunden wie Virgin America, Starbucks oder Best Buy wohl auch überwiegend in den USA. Später sollen die Werbeschaltungen auf weitere User ausgeweitet werden. Auch Twitter-Clients von Drittherstellern sollen nach und nach einbezogen werden. Die Hersteller der Clients will Twitter mit einem Anteil an den Werbeeinnahmen locken.
Wesentlich kontroverser als Werbung bei Suchresultaten dürfte unter den Twitter-Usern aber der nächste geplante Schritt sein, von dem die 'New York Times' berichtet. Gemäss 'Times' will Twitter später Werbetweets auch in den Strom der persönlichen Botschaften von Usern einblenden, und zwar auch ohne dass diese eine Suche durchgeführt haben oder dem Werber "followen". So könnten beispielsweise User, die über Reisen zwitschern – und möglicherweise auch ihre Follower? - kurz später einen Werbetweet einer Fluggesellschaft erhalten.
Wie die Twitteruser auf diese zweite, aufdringlichere Werbeform reagieren, könnte der grosse Knackppunkt für Twitter sein. Gemäss einigen Kommentatoren dürfte sie für Twitter das höhere Einkommenpotential bieten, als Werbung in Suchresultaten. Viele Twitter-User suchen mit der Zeit deutlich weniger öfter als am Anfang ihrer Mitgliedschaft nach Suchbegriffen und beschränken sich darauf, sich mit dem einmal gewonnen Followerkreis zu unterhalten.