UMB übernimmt die Startups Ubitec und MeshTec

3. Mai 2021, 08:00
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UMB-Inhaber Matt Keller erklärt, warum die Akquisitionen Sinn ergeben und wie die Startups integriert werden.

UMB übernimmt die beiden Startups Ubitec und MeshTec, dies meldet der IT-Dienstleister. Mit den beiden Firmen könne man das Angebot im Bereich Software-Entwicklung und Cloud-Migration "massiv" ausweiten und damit das Service-Portfolio erweitern.
Es sei die sechste und siebte Akquisition von UMB seit dem Management-Buyout und Start der heutigen UMB im 2012, erklärt uns CEO und Inhaber Matt Keller. Und nein, für die Übernahmen gebe es keinen speziellen Auslöser wie das Coronajahr: "Man muss die Chancen nutzen, wenn sie auftauchen. Beide Firmen passen hervorragend in unsere Strategie UMB 2025, sie passen auch kulturell zu uns und der kommerzielle Aspekt stimmt ebenso."
Zu den finanziellen Aspekten sagt Keller nur, es kämen Unternehmer zusammen und man habe eine unternehmerische Lösung gefunden, die auch langfristig trage. Es seien logische Übernahmen aus strategischer Sicht, erklärt er weiter, denn UMB verfolge weiterhin streng den "Leading-Edge"-Ansatz. "Wir verfolgen seit Bestehen der UMB eine qualitative Wachstumsstrategie. Übernahmen und Zusammenschlüsse sind bei uns nie getrieben durch den quantitativen Wachstumsgedanken, sondern müssen uns als Team besser machen, mehr Know-how, mehr Qualität und mehr Innovation bringen."
Ubitec und MeshTec seien beide in strategischen Kernthemen von UMB und der Marktentwicklung hin zu Cloud Native tätig.
Das Walliseller Startup Ubitec mit 50 Mitarbeitenden und laut Eigenangaben 16 Kunden habe seit der Firmengründung vor drei Jahren "mehrere innovative Software-Lösungen zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen entwickelt", begründet UMB die Übernahme.
Die 2018 gegründete Chamer Kleinfirma MeshTec fokussiert auf Cloud-Technologien und DevSecOps mit Cloud-Native-Lösungen für alle Hyperscaler.

"Im Reselling-Geschäft nicht mehr dieselben Margen"

Geht es neben strategischen Erwägungen auch darum, Einbussen aus dem klassischen Business mit beispielsweise dem Partner IBM aufzufangen? "Nein", sagt Keller. "Wir haben auch 2020 ein sehr gutes Jahr gehabt, auch mit IBM. Es ist kein Geheimnis, dass man im klassischen Resellinggeschäft nicht mehr dieselben Margen hat wie vor 10 Jahren. Ebenso klar ist, dass sich die Kunden in Richtung Cloud-native, Private Cloud- und Hybrid-Modelle bewegen. Wir wollen die Kunden in ihrem Zyklus dort abholen, wo sie stehen und sie in ihrer Business und Technologie-Transformation begleiten."
Patrick Brazzale von Ubitec ergänzt aus seiner Warte: "Durch den Zusammenschluss erhalten wir die Chance, unser Angebot zu skalieren und zu erweitern. Wir können unsere Lösungen einfacher aus der Cloud anbieten und so auch neue Märkte erschliessen."
Die beiden Firmennamen werden verschwinden und die Teams stossen zu UMB. Beziehungsweise bildet Wallisellen nun den neuesten Standort in der Schweiz. Zudem stösst ein vietnamesisches Entwicklerteam mit Ubitec zu UMB.
Matt Keller, Übernahme-erfahren, weiss auch um die kulturellen und organisatorischen Gefahren bei Übernahmen. Eine Reorg gebe es nicht. "Das gesamte Management wird in die Führung von UMB eingebunden", sagt er und auch die Teams sollen zusammenbleiben. "Wir legen nicht die heutige UMB Organisation über sie. Wir wollen uns zuerst kennenlernen, voneinander lernen und gemeinsam die Organisation entwickeln." Bei der letzten Übernahme, NewVision Consulting, habe dieses Zusammenwachsen bottom-up rasch und hervorragend geklappt.
Und was bedeutet die Übernahme von Entwicklern in Ho Chi Minh City für den Sprachgebrauch intern? Bis anhin habe man schon in vielen internationalen Kundencases in Englisch kommuniziert, aber Deutsch sei Unternehmenssprache von UMB gewesen. Ab Mai werden Deutsch und Englisch die Unternehmenssprachen sein, erklärt der Chef.
Nun zählt seine Firma 12 Standorte, klangvolle Namen wie Madrid und Ho Chi Minh City inklusive. Nur Lausanne, Genf oder Neuenburg fehlen als Firmensitze. "Wir haben keinen Romandie-Standort", bestätigt Keller. "Aber das ist die Folge unserer der Strategie eines qualitativen Wachstums. Wir haben auch keinen Druck für die Expansion, aber wir halten Augen und Ohren wie immer offen. Und wenn sich die Chance für eine Übernahme in der Romandie bietet, die unserem Leading Edge Gedankengut entspricht, dann werden wir diese auch tätigen."

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