Ungepatchte Windows-Schwachstelle könnte "wurmbar" sein

12. März 2020 um 15:08
  • security
  • microsoft
  • lücke
image

Die Sicherheitslücke wurde möglicherweise aus Versehen von Microsoft und zwei Security-Unternehmen publiziert.

Microsoft hat am Dienstag, dem 10.3., einen sehr knapp gehaltenen Hinweis auf eine neue noch nicht gepatchte Sicherheitslücke in Windows veröffentlicht. Angreifer, die es schaffen, diese Lücke auszunützen, könnten sowohl auf Windows-Servern als auch -Clients eigenen Code ausführen lassen, so Microsoft. Server könnten direkt angegriffen werden. Clients könnten auf speziell präparierte Server gelockt und dann infiziert werden.
Laut 'Ars Technica' hatten auch Fortinet und Cisco Talos Security-Advisories zu dieser Lücke veröffentlicht, sie aber kurz darauf wieder zurückgezogen.  Dies könnte auf ein Timing-Missverständnis zwischen Microsoft und den anderen beiden Unternehmen hindeuten. Keines der drei Unternehmen wollte sich gegenüber 'Ars Technica' zu den Umständen der Veröffentlichung äussern.
Zwar ist das knappe Communiqué von Microsoft für Hacker wohl kaum nützlich dabei, Schadcode zu entwickeln, der das Loch ausnützen könnte. Aber sie wissen nun, wo sie danach suchen müssen: Im "Server Message Block"-Protokoll (SMBv3) von Windows 10 und Windows Server. Betroffen sind jeweils die beiden neuesten Versionen 1903 und 1909.
Mittlerweile warnt denn auch das deutsche Security-Amt BSI vor dieser Lücke. Noch seien zwar keine aktiven Angriffe bekannt. Aber dies könne sich plötzlich ändern. Zudem könnte die Lücke nicht nur gezielte Angriffe auf Netzwerke ermöglichen. Hacker könnten auch Schadcode entwickeln, der sich als Computer-Wurm selbstständig repliziert und von Computer zu Computer verbreitet.
Als 2017 eine Schwachstelle in SMBv1 bekannt wurde, resultierte dies in den grossen Infektionswellen mit Wannacry  und Notpetya. Microsoft hatte seither das SMB-Protololl explizit mit der Absicht weiterentwickelt, Schwachstellen, welche Würmer ermöglichen, zu eliminieren.
Das BSI rät Unternehmen dringend, die von Microsoft in seinem Advisory beschriebenen Ratschläge zu befolgen.  Diese beinhalten die Abschaltung der Kompressionsfunktion von SMBv3 mittels eines PowerShell-Kommandos. Dies sollte zumindest Server vor Angriffen schützen. Ausserdem sollte der TCP Port 445 in der Perimeter-Firewall blockiert werden.

Loading

Mehr zum Thema

image

Commvault setzt auf Cyberresilienz statt Prävention

Beim diesjährigen Commvault Shift in Zürich wurde deutlich, wie stark sich der Fokus der Cybersicherheit verschiebt: weg von reiner Prävention hin zu schneller Wiederherstellung im Ernstfall.

publiziert am 12.5.2026
image

Ivanti-Lücke wird bereits angegriffen

Der Softwarehersteller patcht gleich fünf Schwachstellen. Eine wird aktiv ausgenutzt und ruft Security-Behörden auf den Plan.

publiziert am 11.5.2026
image

Finanzplatz Schweiz schafft Cyber-Krisenstab

Eine neue Krisenkoordinationszelle soll künftig verhindern, dass ein gezielter Cyberangriff auf den Finanzplatz Schweiz weitreichende Auswirkungen haben kann.

publiziert am 11.5.2026
image

Bund wiegelt ab wegen Spam-Attacke auf Waadtländer Parlament

Das Bacs stuft den Angriff als politischen Aktivismus ein. Daten seien keine abgeflossen.

publiziert am 11.5.2026