Verkaufsstopps für Huawei-Produkte in mehreren Ländern

22. Mai 2019, 15:06
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Die Schweizer Telcos warten ab.

Telcos in mehreren Ländern verzichten auf den Verkauf neuer Huawei-Geräte. Die Schweizer Telcos warten ab.
Nach den Sanktionen der USA gegen Huawei setzen weltweit immer mehr Mobilfunkfirmen die Markteinführung neuer Smartphones des chinesischen Handykonzerns aus. Nicht so in der Schweiz: Swisscom, Salt und Sunrise planen noch keinen Verkaufsstopp.
Der britische Mobilfunker EE will die ersten 5G-Netzwerke kommende Woche in sechs Städten einführen, darunter London. Auf 5G-fähige Mobiltelefone von Huawei soll aber zunächst verzichtet werden, sagte EE-Chef Mark Allera. Zunächst müsse sichergestellt werden, dass die Geräte während ihrer gesamten Lebensdauer unterstützt würden. Der britische Chip-Hersteller ARM wies seine Angestellten an, "alle aktiven Verträge, Supportansprüche und alle anhängigen Verpflichtungen" mit Huawei und seinen Tochtergesellschaften einzustellen.
In Japan haben die Mobilfunktochter Ymobile des Softbank-Konzerns und der Internethändler Rakuten angekündigt, den Marktstart des Huawei P30 Lite zunächst zu stoppen. In den USA nahmen Microsoft und die Handelskette Best Buy die Huawei-Laptops Matebook X Pro und das Matebook 13 aus ihrem Online-Angebot.
Der Schweizer Mobilfunkkonzern Swisscom hat dagegen das Huawei P30 Lite bereits eingeführt. Man verfolge die weiteren Entwicklungen am Markt genau, sagte eine Sprecherin des Konzerns zur Nachrichtenagentur 'AWP'. Ähnlich klingt es auch bei Salt und Sunrise. "Wir setzen unsere Verkaufsaktivitäten mit Huawei wie bisher üblich fort, inklusive den bisherigen Verkaufsformen", sagte ein Sprecher von Sunrise.
Der chinesische Konzern selbst will unter dem massiven Druck der Sanktionen sein eigenes Betriebssystem spätestens zum nächsten Frühjahr einsatzbereit haben. Es solle auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und tragbaren Geräten laufen und mit Android-Apps kompatibel sein, kündigte der Chef der Huawei-Verbrauchersparte, Yu Chengdong, laut 'Phoenix News' an. (paz/Keystone-sda)

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