VMware propagiert die "Unified Cloud"

1. September 2015, 08:19
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Bericht aus SF: Mit einer Management-Software alle Clouds verwalten.

VMware zeigte in San Francisco eine Lösung, mit der Anwender Anwendungen unterbrechungsfrei zwischen verschiedenen Clouds verschieben können. Und erntete Applaus.
Der Virtualisierungsspezialist VMware verdeutlichte am ersten Tag seiner Kundenveranstaltung VMworld in San Francisco, dass man an drei strategischen Säulen weiterhin festhalten will: Automatisierte Virtualisierung, was unter dem Begriff Software-definiertes Rechenzentrum subsummiert wird; ausgefeilte Cloud-Angebote, mit denen man mit den Grossen mithalten kann und leistungsstarke Netzwerk-Technologien, mit denen sich datenintensive Anwendungen schneller verschieben lassen.
"Ready for Any"
VMwares Motto auf der diesjährigen VMworld lautete "Ready for Any" (Bereit für alles). Gemeint war damit eine Cloud und jede Anwendung für jedes Gerät. Bei VMware ist man davon überzeugt, dass dieses mit deren Angebotspallette bereits möglich sei und dass es nur an den Anwendern liegt, dass das noch nicht überall der Fall ist. "Wir alle zusammen ermöglichen sicherlich die Nutzung von allen Anwendungen auf allen Geräten, aber im Einzelfall sind viele von uns sicher noch nicht soweit", rief VMwares COO Carl Eschenbach in seiner Eröffnungs-Keynote den 23'000 Teilnehmern zu. Doch mit einer Flut an Ankündigungen will VMware es seinen Kunden erleichtern, dass bald wirklich nur noch eine Cloud zu managen ist, über die alle Applikationen und alle Geräte genutzt werden können.
Applaus: Laufende SAP-Anwendung von Cloud zu Cloud verschoben
Schwerpunkt dieser vielen Neuankündigungen war "Unified Cloud". Das ist eine Management-Software, mit der alle im Unternehmen genutzten Cloud-Plattformen einheitlich verwaltet werden können. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere Public-Clouds und Private-Clouds gleichzeitig genutzt werden. Mit VMwares Unified Cloud Software können sogar geschäftskritische Anwendungen unterbrechungslos von einer Public Cloud in eine andere verschoben werden. Und zwar auch dann, wenn es sich dabei um verschiedene Provider handelt. Basis dafür ist vMotion, ein Produkt, dass es schon lange gibt, das aber jetzt mit neuen Komprimierungs- und Netzwerk-Technologien ausgestattet wurde, womit solche Mega-Transfers möglich geworden sind. In einer Life-Vorführung auf der Bühne wurde eine laufende SAP-Anwendung von einem Rechenzentrum in Kalifornien in Sekundenschnelle nach Virginia verschoben. Dafür gab es tosenden Applaus der Teilnehmer.
"Photon" zum Verwalten von Containern
Die zweite grosse Neuankündigung betraf den Einsatz von Containern. Während man bislang bei VMware dieser neuen Software-Distributionsform wenig Beachtung schenkte, hat man sich jetzt geschlagen gegeben. Offensichtlich hat man die bisherige Haltung aufgegeben, die in etwa lautete: "VMs sind besser als Container, also sind Container überflüssig." Stattdessen gibt es jetzt Photon, eine neue Plattform über die sich tausende oder gar hunderttausende an Containern managen lassen. Dabei ist es egal, ob diese von Docker oder Pivotal stammen. Über APIs werden können an Photon auch Googles Kubernetics, Rocket, CoreOS Tectonic, Mesosphere und Cloud Foundry angebunden werden.
Neue Werkzeuge für das Software definierte RZ
VMwares Produktstrategie eines Software-definierten Rechenzentrums (SDDC) wird jetzt durch neue Tools unterstützt. Mit vRealize Operations 6.1 wird der Aufbau eines SDDC deutlich beschleunigt. Laut VMwares Cloudchef Rhagu Rhaguram lässt sich ein SDDc heute in weniger als zwei Stunden aufbauen. Auch der Betrieb von bereits implementieren SDDCs wurde verbessert. Hierzu gehören ein besonders ausgefeiltes Load-Balancing sowie Predictive Analytics, die dem IT-Management schon frühzeitig vor aufkommenden Engpässen warnen.
vCLoud Air verbessert
Ergänzend dazu wurde die Version 2 von VMwares OpenStack-Implementierung angekündigt. Diese Version basiert weiterhin auf der proprietären Plattform ESX und unterstützt nicht den OpenSource-Hypervisor KVM.
Ausserdem wurden verschiedene Verbesserungen am eigenen Public-Cloud-Angebot vCloud Air angekündigt. Dazu gehört ein neues Desaster Recovery sowie vCloud Air Object Storage, das auf der Google-Plattform gehostet ist. (Harald Weiss, San Francisco)

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