Laut einem Bericht von CH Media, der unter anderem in der
'Aargauer Zeitung' publiziert wurde, besass der US-Geheimdienst CIA nicht nur die Crypto AG, sondern mutmasslich von 2001 bis 2018 auch deren Schwesterunternehmen Infoguard.
Dies würden Dokumente aus dem Zuger Handelsregister zeigen. Konkret würden diese belegen, dass Infoguard letztlich, via die Holdinggesellschaft The Crypto Group, dem gleichen Liechtensteinischen Besitzern gehörte wie auch die Crypto AG.
Die Geheimdienste waren auch die Besitzer der Crypto AG, via die liechtensteinische Briefkastenfirma "Anstalt Europäische Handelsgesellschaft" (AEH). Über die gleiche Firma, so der jetzige Bericht von CH Media, besassen die Geheimdienste auch Infoguard, die Schwestergesellschaft der Crypto AG.
Angesichts der starken personellen Verflechtungen zwischen Infoguard und der Crypto AG lag diese Vermutung immer nahe. Über diese Verflechtungen haben wir vor rund einem Monat
detailliert berichtet. Auch wir haben Infoguard vor mehreren Tagen Fragen zu den früheren Besitzverhältnissen zwischen 1988 und 2018 gestellt, aber darauf keine Antwort erhalten.
Gegenüber CH Media bestätigte Infoguard nun den grundsätzlichen Sachverhalt, verneinte aber, gewusst zu haben, dass die CIA hinter AEH stand. "Die Infoguard AG hatte davon keine Kenntnisse. Gemäss unseren Informationen gehörte die Infoguard AG der The Crypto Group AG, deren Aktionärin die Anstalt Europäische Handelsgesellschaft war. Mehr wussten wir nicht."
Die heutige Infoguard hält zudem fest: “Die damalige Eigentümerstruktur war in keiner Weise relevant für die Art und Weise, wie das Geschäft der Infoguard AG strategisch und operativ geführt wurde.”
Dass die von der CIA kontrollierte AEH neben der Crypto AG auch Infoguard besass, bedeutet natürlich nicht automatisch, dass der Geheimdienst auch diese Schweizer Firma für Spionagetätigkeiten einspannte. Dies muss man an dieser Stelle festhalten. Die Crypto AG, welche ihre Verschlüsselungsgeräte in viele Länder lieferte, hatte wohl für den Geheimdienst deutlich verlockendere Kunden als Infoguard. Aber Infoguard-Kunden wie Credit Suisse, UBS oder viele Kantonsbehörden dürften über die neuen Enthüllungen trotzdem nicht sonderlich erfreut sein.