Die seit über einem Jahrzehnt anhaltende Diskussion um die Standardanschlüsse für Ladegeräte hat wieder eine Hürde genommen. Laut einer Mitteilung des EU-Rates, haben sich die Mitgliedstaaten auf ein Verhandlungsmandat für den Vorschlag für einen Standard geeinigt. Es geht um den
USB-C-Anschluss.
Man wolle dafür sorgen, dass "bei der Anschaffung eines neuen Mobiltelefons oder ähnlichen Geräts nicht mehr jedes Mal ein neues Ladegerät dazu gekauft werden muss", heisst es in der Mitteilung. Stattdessen sollen alle Geräte mit demselben Ladegerät aufgeladen werden können.
Schon 2009 hatten sich 14 Handy-Hersteller auf die Normierung der Ladekabel verpflichtet. Am Ende waren noch 3 Stecker übrig: Micro-USB, das neuere USB-C und Apples Lightning-Anschlüsse. Vor allem Apple sträubte sich bisher gegen eine endgültige Vereinheitlichung und will seinen hauseigenen Anschluss behalten, der derzeit in allen iPhones, aber auch manchen Tablet-Modellen verbaut wird. Da man bei allen Netzteilen ohnehin auf USB-C setze, würde die Zwangsabschaffung der Lightning-Buchse nur für grosse Menge an zusätzlichem Elektroschrott sorgen, argumentiert Apple.
Bei der EU will man sich davon offensichtlich nicht abhalten lassen. Auf Veranlassung des EU-Parlaments hatte die
EU-Kommission letzten September die USB-C-Buchsentypen als einheitlichen Standardanschluss für alle Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, tragbaren Lautsprecher und Videospielkonsolen vorgeschlagen.
Hier setzt der EU-Rat an und will das nun erhaltene Mandat dafür nutzen, Verhandlungen mit dem EU-Parlament aufzunehmen. Danach müssen dann Parlament und Ministerrat gemeinsam entscheiden.