Wie viele Glasfasern pro Haus?

2. Dezember 2008, 13:33
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Telcos wollen den schweizweiten Bau von Glasfasernetzen bis in die Haushalte koordinieren. Sie sind sich aber in einigen Punkten nicht einig.

Telcos wollen den schweizweiten Bau von Glasfasernetzen bis in die Haushalte koordinieren. Sie sind sich aber in einigen Punkten nicht einig.
Gestern haben sich im Schloss Waldegg bei Solothurn zum zweiten Mal Vertreter der hiesigen Telekom-Branche und Behördenmitglieder getroffen, um über das weitere Vorgehen beim Bau von Glasfasernetzen zu diskutieren. Seit einigen Monaten bauen Telekom-Unternehmen und verschiedene regionale Elektrizitätswerke unabhängig voneinander eigene Netze bis in die Haushalte (Fiber to the Home, FTTH). Darauf basierend wurden in einigen Regionen bereits erste Angebote lanciert.
Es geht nun im Wesentlichen um die Frage, wie der schweizweite Bau von neuen Netzen koordiniert werden kann, damit nicht unnötig Zeit und Geld verschwendet wird. Unbedingt vermeiden wollen die Akteure zudem, dass ein neues Monopol entsteht. Das erste Treffen fand bereits im Juni statt.
Uneinigkeiten
Die Telekom-Regulierungsbehörde ComCom, die den zweiten Runden Tisch organisiert hatte, teilte nun gestern mit, dass elf Chefs von Schweizer Unternehmungen die Absicht bekräftigen, dass die Arbeiten koordiniert werden müssen und es einen standardisierten fairen Zugang für alle Anbieter braucht, damit die Konsumenten freie Auswahl bei den Breitbandangeboten haben.
Ob dies mehr als nur Lippenbekenntnisse bleiben, wird sich zeigen. Jedenfalls müssen noch einige strittige Punkte ausdiskutiert werden. So können sich die Akteure etwa nicht darüber einigen, mit wie vielen Glasfasern die Häuser versorgt werden sollen. So will etwa Swisscom - im Gegensatz zum Modell des Zürcher EWZ - nach eigenen Angaben ein Glasfaser-Netzmonopol vermeiden, indem Kabel mit mehreren Fasern gelegt werden, die von unterschiedlichen Anbietern genutzt werden können.
Umstritten ist weiter die Frage, ob der Netzzugang auf der Ebene des physischen Netzes (Layer1-Zugang) oder über eine vorgegebene Transport-Plattform (Layer2-Zugang) erfolgen soll, wobei sich die Teilnehmer des Runden Tisches einig gewesen waren, nach "flexiblen Lösungen zu streben." Die Diskussionen dürften eine Weile lang weitergehen. (mim)

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