Ransomware-Angriff auf Ingram Micro führte zu riesigem Datenleck

20. Januar 2026 um 13:39
  • security
  • Cyberangriff
  • Ransomware
  • breach
  • ingram micro
image
Foto: zVg

Der Cyberangriff im Sommer 2025 betraf nicht nur Kundendokumente. Daten von über 42'000 Einzelpersonen wurden offengelegt, wie der IT-Distributor jetzt eingesteht.

Anfang Juli 2025 erlitt Ingram Micro einen Cyberangriff. Unter anderem wurden die Website und die Bestellsysteme lahmgelegt. Der IT-Distributor war zwar kurze Zeit später wieder funktionsfähig, doch vorerst blieb unklar, wie gross ein möglicher Datenabfluss sein könnte.
Zum Angriff bekannte sich die Ransomware-Bande Safepay. Sie behauptete, 3,5 Terabyte an Daten gestohlen zu haben, und stellte dem Unternehmen mehrere Ultimaten für eine Lösegeldzahlung. Im vergangenen August publizierten die Cyberkriminellen dann im Darkweb einen Verzeichnisbaum als Beweis ihrer Beute.

Kundendokumente aus der Schweiz

Wie ein Blick von inside-it.ch zeigte, enthielt dieser Verzeichnisbaum auch zahlreiche Hinweise auf die Ländergesellschaft Ingram Micro Schweiz und deren hiesige Kunden. So befand sich dort ein Ordner "Supplier Finance Programs Switzerland". Ein weiterer, mit "CH" betitelter, enthielt Vereinbarungen mit mehreren Dutzend in der Schweiz tätigen PC-, Server- und weiteren IT-Herstellern, mit Distributoren, Consultants, Detailhändlern und IT-Dienstleistern. Anfragen dazu liess das Unternehmen damals unbeantwortet.
Doch von der Attacke und dem Datendiebstahl waren nicht nur Kunden mit ihren Geschäftsdokumenten betroffen. Wie Ingram Micro jetzt offiziell bestätigte, wurden Daten von über 42'000 Einzelpersonen offen gelegt. Dies geht aus einer "Data Breach Notification" bei der Generalstaatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Maine hervor, über die zuerst 'Bleeping Computer' berichtete.

Amtliche Identifikationsnummern geleakt

Der Eingabe ist auch ein Schreiben beigefügt, welches Ingram Micro an Betroffene verschickt hat. Nach der Entdeckung des Vorfalls am 3. Juli 2025 habe man "umgehend eine Untersuchung zur Art und zum Umfang des Problems" eingeleitet, heisst es darin. Dabei wurde festgestellt, dass "bestimmte Dateien aus einigen internen Datei-Repositorys" entwendet wurden.
Diese Dateien seien sorgfältig geprüft worden. "Zu den betroffenen Dateien gehören Beschäftigungs- und Bewerberunterlagen, die personenbezogene Daten wie Name, Kontaktdaten, Geburtsdatum, amtliche Identifikationsnummern (z. B. Sozialversicherungsnummer, Führerscheinnummer und Passnummer) sowie bestimmte beschäftigungsbezogene Informationen (z. B. arbeitsbezogene Bewertungen) enthalten", schreibt Ingram Micro. Die Art der Daten könnten von Person zu Person variieren.
Diese Angaben deuten darauf hin, dass es sich bei der jetzt bekannt gegebenen Zahl von Betroffenen entweder um Mitarbeitende des Unternehmens handelt oder um Personen, die sich bei Ingram Micro um eine Stelle beworben haben. Weltweit beschäftigt der Distributor rund 24'000 Angestellte.


Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Kritische PHP-Lücken gefährden Webserver weltweit

Zwei kritische Schwachstellen in PHP könnten Angreifern ermöglichen, Webserver aus der Ferne zu übernehmen. Die Sicherheitsupdates sollen umgehend eingespielt werden.

publiziert am 21.10.2026
imageAbo

Zürich plant Phishing-Tests für 13'000 Angestellte

Das Amt für Informatik des Kantons Zürich will über 13'000 Verwaltungsangestellte mit Phishing-Simulationen für den Ernstfall sensibilisieren. Dafür soll eine Software angeschafft werden.

publiziert am 21.10.2026
image

Datenleck bei Publica gefährdet auch Sicherheitsbehörden

Der Cyberangriff auf den IT-Dienstleister der Pensionskasse könnte sensible Personendaten von Bundesangestellten betreffen. Die Ransomware-Gruppe Akira soll Lösegeld gefordert haben.

publiziert am 20.10.2026
image

Microsoft Teams wird bevorzugter Angriffsvektor

Vermeintlich vertrauenswürdige Plattformen wie Microsoft Teams werden je länger, je mehr von Cyberkriminellen für Angriffe auf Unternehmensinfrastrukturen missbraucht.

publiziert am 19.10.2026