Am 11. August 2023 gab die kalifornische Aufsichtsbehörde CPUC
grünes Licht für Robotaxi-Fahrten in San Francisco. Seither durften die amerikanischen Anbieter Cruise und Waymo im gesamten Stadtgebiet rund um die Uhr kostenpflichtige Taxidienste mit fahrerlosen Autos anbieten. Mehrere Vorfälle führten gemäss der
'NZZ' nun aber dazu, dass die Zahl der Fahrzeuge reduziert werden soll.
Nachdem ein Robotertaxi des Anbieters Cruise in San Francisco mit einem Feuerwehrauto im Einsatz zusammengestossen war, mehrten sich in der Stadt die Vorbehalte gegenüber den selbstfahrenden Autos. Bereits zuvor gab es Widerstand von den städtischen Verkehrsbetrieben sowie Einwohnerinnen und Einwohnern.
Aufgrund des Vorfalls wurde der Robotaxi-Anbieter von der örtlichen Verkehrsbehörde dazu gezwungen, seine Flotte bis zum Abschluss der Untersuchungen zu halbieren. Seit über einer Woche dürfen tagsüber maximal 50 selbstfahrende Fahrzeuge von Cruise in der Stadt unterwegs sein, in der Nacht sind es immerhin noch bis zu 150 Stück.
Immer mehr Zwischenfälle
Die Kollision mit dem Feuerwehrfahrzeug war indes kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen mit den Autos von Cruise. Eines fuhr in den abgesperrten Bereich einer Baustelle und landete im frischen Zement. Auch ein Reporter des
'Handelsblatts' wurde auf einem Fussgängerstreifen beinahe von einem Robotaxi angefahren, weil dieses nicht stoppte.
Ebenfalls für Furore sorgte ein Fall
Anfang Juli, als die selbstfahrenden Autos eine Strasse in San Francisco blockierten, weil sie sich alle am gleichen Ort versammelten. Der Betreiber machte damals Mobilfunkprobleme infolge eines Musikfestivals für das Problem verantwortlich. Allerdings fand dieses Event am anderen Ende der Stadt statt.
Einsatzwagen zu spät erkannt
Zum Unfall mit dem Feuerwehrauto nahm das Unternehmen ebenfalls Stellung: Das Fahrzeug habe den Einsatzwagen "fast sofort" erkannt, sobald er zu sehen gewesen sei, erklärte Cruise
in einem Blogbeitrag. An der betroffenen Kreuzung sei das herannahende Fahrzeug aber wegen einer Kurve erst sehr spät erkennbar gewesen, rechtfertigt sich der Anbieter.
Ausserdem habe die Software des Fahrzeugs Probleme damit gehabt, den Weg des Feuerwehrautos vorherzusagen, da dieses im Gegenverkehr gefahren sei. Am Ende habe sie der Zusammenstoss nicht mehr verhindern lassen. Allerdings seien die Fahrzeuge von Cruise allein im laufenden Jahr mehr als 168 000 Mal Rettungsfahrzeugen begegnet – ohne das je ein Unfall passiert sei.
Die Rettungskräfte sehen diesen Sachverhalt aber anders. Jeanine Nicholson, die Chefin der Feuerwehr von San Francisco, warnte davor, dass die Robotaxis noch nicht sicher genug für einen Dienst rund um die Uhr seien. Allein seit Mai seien Feuerwehreinsätze in mehr als 60 Fällen von Robotaxis gestört worden.