SAP investiert über eine Milliarde in KI

4. Mai 2026 um 14:03
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Foto: SAP

Der ERP-Anbieter geht mit zwei Übernahmen in die KI-Offensive. Die US-Firma Dremio wird integriert, die deutschen Prior Labs sollen zu einem KI-Forschungslabor ausgebaut werden.

Der deutsche Softwarekonzern SAP will zwei KI-Unternehmen übernehmen und plant Investitionen in Milliardenhöhe in die Technologie. Dies kommuniziert das Unternehmen in zwei Mitteilungen, wobei der Kaufpreis für die US-Firma Dremio und die deutschen Prior Labs nicht genannt werden.
Mit der Technologie von Dremio will SAP nach eigenen Angaben seine Business Data Cloud verstärken. Die Plattform des US-Anbieters ermögliche es, KI-Workloads in Echtzeit und über Systemgrenzen hinweg auf einer konsistenten Datenbasis auszuführen. Dremio führe dafür SAP- und Non-SAP-Daten zusammen, um agentische KI in Unternehmen schneller und wirkungsvoller nutzbar zu machen, heisst es.

Milliarde für ein eigenes KI-Labor

Im Unterschied zu Dremio soll das 2024 gegründete Startup Prior Labs aus dem deutschen Freiburg auch in Zukunft selbständig bleiben. Ferner verpflichte sich SAP, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro zu investieren, um Prior Labs zu einem weltweit führenden Labor für strukturierte Daten auszubauen, heisst es in der Mitteilung. In dem Labor sollen in "Forschungsgeschwindigkeit" Innovationen entstehen, die auf einem direkten Weg in Produkte im gesamten SAP-Portfolio umgesetzt werden.
Prior Labs habe in der Vergangenheit bewiesen, dass es KI mit Geschäftsfragestellungen kombinieren kann, erklärt SAP. Die Freiburger hätten mit Prior Labs Tab PFN ein weit verbreitetes Open-Source-Tool für tabellarische KI im Portfolio, das mehr als drei Millionen Downloads aufweise.
Die von Prior Labs entwickelten Tabellarischen Foundation Models (TFMs) könnten im Gegensatz zu grossen Sprachmodellen (LLMs) genaue Vorhersagen zu strukturierten Geschäftsdaten treffen. TFMs seien für die Verarbeitung von Statistiken und Tabellen konzipiert. Damit könnten sie beispielsweise Kundenabwanderungsrisiko, Lieferantenrisiken, Upselling-Möglichkeiten und Zahlungsverzögerungen vorhersagen, führt SAP aus.

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