Ein Artikel des 'K-Tipps' sorgte für einigen Wirbel: Die SBB würden planen, an 57 Bahnhöfen Überwachungskameras mit Gesichtserkennung zu installieren. Damit soll das Verhalten der Kunden an den grösseren Bahnhöfen vermessen und ausgewertet werden.
Gegenüber
inside-it.ch erklärten die SBB bereits, dass seit über 10 Jahren ein System zur Kundenfrequenzmessung eingesetzt werde, man halte sich seit jeher an alle Datenschutzbestimmungen. Als Reaktion auf den 'K-Tipp'-Artikel hatte das Unternehmen am 17. Februar einen Blogbeitrag publiziert. Dort heisst es, dass die Daten anonymisiert erfasst und nicht mit Personendaten verknüpft würden. Mit der aktuellen Beschaffung löse man ein bereits eingesetztes System durch neue Technik ab.
Nun hat das Unternehmen den Beitrag um einen Satz ergänzt: In der aktualisierten Version wird betont, dass keine Gesichtserkennung zum Einsatz komme. Es gebe keine Verknüpfung mit Daten, die Rückschlüsse auf die Person zuliessen, und auch keine Verknüpfung mit dem Swisspass oder Mobile-Apps.
Man stehe schon lange mit dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten (Edöb) in Kontakt, fügen die SBB an. Dieser verlange eine Datenschutzfolgen-Abschätzung. Der Forderung werde man vor der Einführung des neuen Systems nachkommen.
Klar ist dennoch, mit dem Einsatz von Kameras an den Bahnhofen schürt die SBB Datenschutzbedenken. Das System soll künftig etwa demographische Informationen, Grösse der Person und Blickrichtung erkennen können. Konkrete Massnahmen, wie die Privatsphäre von Personen geschützt wird, sind nicht bekannt. "Es ist sicher nicht wünschenswert, dass sich die SBB an ihren Bahnhöfen wie Google oder Facebook verhalten, Bewegungsprofile von uns allen erstellen und unser Konsumverhalten aufzeichnen", sagte Jon Pult, Präsident der Verkehrskommission des Nationalrats. Man verlange Auskunft vom Bahnbetrieb, falls sich die Angelegenheit nicht demnächst aufkläre.