Schweiz baut ihre RZ-Kapazitäten aus

14. September 2026 um 14:01
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Foto: zVg

In Genf, Lupfig, Manno und Zürich werden fleissig Rechenzentren gebaut. Es entsteht ein hochwertiger Markt auch für künftige KI-Anwendungen.

Die Schweiz festigt ihre Position als bedeutender europäischer Rechenzentrumsstandort. Wie in den Nachbarländern gäbe es grosse Bauprojekte, die zeigten, dass der Schweizer Markt trotz begrenzter Flächen und anspruchsvoller Energieplanung weiter an strategischer Bedeutung gewinnt. Das ergab eine Analyse des 'London Construction Magazine'.
Die grössten Arbeiten liefen demnach im Raum Zürich. Der Betreiber Digital Realty hat Ende August mit dem Bau von ZUR4 in Glattbrugg begonnen. Das neue Rechenzentrum soll rund 15 Megawatt IT-Leistung auf etwa 6300 Quadratmetern bereitstellen und den bestehenden Campus ZUR1 bis ZUR3 erweitern.
Auch in Lupfig wird gebaut. Green errichtet auf dem Campus ZRH1 ein viertes Rechenzentrum mit 5526 Quadratmeter Nutzfläche. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 vorgesehen. Das Projekt ist auf 100% erneuerbare Energie ausgelegt und soll Abwärme in das Energienetz von Naturenergie Eigenamt einspeisen.
In Genf entwickle NorthC ein neues Rechenzentrum nahe dem Kernforschungszentrum Cern. Der Standort sei für hohe Leistungsdichten und KI-Anwendungen ausgelegt, soll direkte Anbindung an den Cern Internet Exchange Point bekommen und ab 2028 verfügbar sein. In Manno im Kanton Tessin verfügt die Schweiz mit dem Swiss National Supercomputing Centre über eine international relevante Hochleistungsrechen-Infrastruktur, weiss das Magazin.
"Die Schweiz verbindet digitale Souveränität, Forschungskompetenz, internationale Konnektivität und eine sehr anspruchsvolle Unternehmensnachfrage. Zürich, Genf, Lupfig und Manno zeigen, dass der Markt nicht auf einen einzelnen Cluster beschränkt ist. Für die Lieferkette entsteht ein hochwertiger Rechenzentrumsmarkt, in dem Energieeffizienz, Sicherheit, KI-Readiness und technische Qualität entscheidend sind", kommentiert Mihai Chelmus, Gründer des 'London Construction Magazine'.

Blick in die Nachbarländer

Dem Magazin zufolge ist das deutsche Frankfurt einer der grössten europäischen Rechenzentrumsmärkte. Sowohl Exyte als auch NTT würden dort weiter ausbauen. Im Tier-1-Hyperscale-Markt Paris sei ebenfalls Wachstum zu verzeichnen. Hingegen bewege sich Mailand erst in Richtung eines grossen europäischen Hubs. Dies werde durch milliardenschwere Investitionen und grosse Hyperscale-Campusvorschläge unterstützt.
Das Entwicklungspotenzial attestiert das 'London Construction Magazine' auch Österreich. Das Land mausere sich zu einem wichtigen mitteleuropäischen Markt für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Aktuell baue Google in Kronstorf sein erstes eigenes Rechenzentrum. Graz erweitere seine Kapazität, während in Niederösterreich eine grosse Projektpipeline zu verzeichnen sei. In Liechtenstein würden ortsansässige Telekom- und Cloud-Infrastruktur einen spezialisierten lokalen Markt und eine Plattform für schrittweise digitale Investitionen bilden, so die Analyse.

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