Schweiz will im Supercomputing wieder zur Weltspitze gehören

23. Juni 2023 um 11:58
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Foto: CSCS unter Lizenz: CC BY-SA 3.0

2020 fiel "Piz Daint" der ETH aus den globalen Top 10. Im nächsten Frühjahr soll Nachfolger "Alps" den Betrieb aufnehmen, um Anschluss zu finden. Die Kosten sind immens.

In Lugano steht der schnellste Computer der Schweiz. Am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) der ETH Zürich wird dessen High Performance Computing (HPC) genutzt, um extrem rechenintensive Aufgaben zu lösen: etwa die Simulation hochauflösender Klimamodelle, Berechnungen in der Teilchenphysik oder die Entwicklung eines digitalen Zwillings des Erdsystems.
Das Zentrum wurde 1991 gegründet. Es zählte letztes Jahr fast 120 Mitarbeitende und dient vor allem als sogenanntes National User Lab: In Wettbewerbsverfahren werden Forschungsanträge evaluiert und jeweils durch kostenlosen Zugang zum nationalen Hochleistungsrechner gefördert. Daneben wird Supercomputing für die Wettervorhersage genutzt, dafür unterhält das CSCS ein eigenes Rechensystem mit dem Namen "Arolla".
Das mächtigste System "Piz Daint" war bis im Herbst 2020 unter den 10 stärksten Rechnern der Welt zu finden, seine Rechenleistung beträgt rund 25 Petaflops: Er kann pro Sekunde 25 Billiarden Rechenoperationen (Gleitkommazahl-Operationen) ausführen. Der stärkste Supercomputer findet sich derzeit in den USA: Das System "Frontier" bekommt laut der Top-500-Liste 1194 Petaflops hin. Dahinter folgt mit noch 442 Petaflops des Systems "Fugaku" in Japan. Piz Daint liegt mittlerweile abgeschlagen auf Platz 28.

"Alps" ist auf Künstliche Intelligenz spezialisiert

Seit 2019 wird der Nachfolger aufgebaut: "Alps" wird auf KI-Anwendungen spezialisiert sein und soll für Machine Learning bis zu 7-mal schneller sein als der bisherige Rekordhalter, teilte das CSCS 2021 mit. Das System sollte noch dieses Jahr fertiggestellt werden, der Start wurde aber auf Frühjahr 2024 verschoben. Geschätzte Kosten: rund 132 Millionen Franken. Die Summe ist jedoch relativ, da sich im Bereich der Supercomputer die Entwicklungen schwer abschätzen lassen. Allein für Tapes hatte die Hochschule im letzten Herbst 18 Millionen Franken budgetiert. Einige Wochen zuvor hatte HPE bereits einen weiteren Auftrag über 30 Millionen für eine Speichererweiterung bekommen.
Nun soll ein Dienstleister dafür sorgen, dass dem CSCS über die nächsten 5 Jahre die Elektro- und Kälteleistung zur Verfügung steht. In einer Ausschreibung für einen Rahmenvertrag über 4 Millionen Franken heisst es: Die Bedürfnisse für würden meistens sehr kurzfristig bekannt, die Zeitschiene für die Planung und Realisierung werden durch die Bestell- und Lieferfrist des Computers vorgegeben. Die Leistungen des Elektro- und Kälte-Anbieters seien dazwischen zu erbringe.
Das CSCS hatte 2022 Ausgaben in der Höhe von 33 Millionen Franken, 9,5 Millionen gaben zudem Drittparteien aus, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Währenddessen wurden 12,6 Millionen Franken investiert, davon 10,1 Millionen in das neue System.

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