Schweizer Medien rollen KI-Richtlinien aus

1. Juni 2023 um 09:35
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Foto: AbsolutVision / Unsplash

Das Medien- und Technologieunternehmen Ringier hat gruppenweit Richtlinien für den Einsatz von KI eingeführt. Auch andere Medien folgen.

Der Medienkonzern Ringier hat für alle Unternehmen gruppenweit in 19 Ländern KI-Regeln erlassen. Damit wolle das Schweizer Medienhaus Verantwortung übernehmen, um den Einsatz von KI transparent offenzulegen und die Risiken im Umgang mit der Technologie zu minimieren, heisst es in einer Mitteilung.
So sollen die Mitarbeitende die von der KI erzeugten Ergebnisse "immer kritisch hinterfragen" und die Informationen mit "dem eigenen Urteilsvermögen und Fachwissen zu verifizieren, zu überprüfen und zu ergänzen". KI-generierte Inhalte müssen ausserdem gekennzeichnet werden, ausser wenn die Tools nur als Hilfsmittel eingesetzt wurden.
Auch der Datenschutz spielt eine Rolle: Ringier-Angestellte dürfen keine vertraulichen Informationen, Betriebsgeheimnisse oder personenbezogene Daten von journalistischen Quellen, Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden oder auch Geschäftspartnern in ein Tool eingeben.
Die Regeln werden in den kommenden Monaten geprüft und gegebenenfalls angepasst, so Ringier. "Wir sind davon überzeugt, dass durch ein verantwortungsvolles Zusammenspiel von Mensch und Maschine, auf Basis klarer KI-Regeln, unsere Produkte und Prozesse weiter verbessert werden können", sagt Ringier-CEO Marc Walder. Mit der Einführung dieser Regeln übernehme man international Verantwortung, um die positiven Aspekte von KI zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. So stelle Ringier sicher, "dass KI transparent und im Einklang mit seinen Werten genutzt wird".

CH Media, NZZ und Tamedia sind im Prozess

Auch das Schweizer Radio und Fernsehen befasst sich mit Künstlicher Intelligenz. In den publizistischen Leitlinien ist die Technologie im "Gebot der Transparenz" aufgenommen.
Dort, wo der Einsatz solcher Systeme für die Nutzenden nicht offensichtlich ist (zum Beispiel beim Einsatz von künstlich generierten oder geklonten Stimmen oder Avataren), solle man ausdrücklich darauf hinweisen.
"Wir setzen auf menschenzentrierte, vom Menschen geschaffene und kon­trollierte KI. Auch selbstlernende KI und Machine Learning erfolgen nur unter menschlicher Kontrolle", heisst es weiter. Ausserdem würden sie durch den Algorithmus verursachte Voreingenommenheit und damit auch den "Filterblasen-Effekt" vermeiden.
Andere Medienkonzerne wie beispielsweise Tamedia, NZZ oder CH Media befinden sich noch im Prozess. Bei letzterem beschäftige sich eine redaktionelle Arbeitsgruppe damit, heisst es auf Anfrage von 'Keystone-sda'. Tamedia wolle hingegen ihre Leitlinien in Kürze veröffentlichen, wie der Kommunikationsverantwortliche gegenüber der 'Handelszeitung' schreibt.
Bei 20 Minuten steht noch keine Verankerung in die Leitlinien an. "Stand heute gibt es keine systematische Implementierung in einzelnen Bereichen, Ressorts oder Rubriken", teilt 20-Minuten-Kommunikationschefin Eliane Loum-Gräser gegenüber 'Persönlich.com' mit. "Wir prüfen aber laufend neue Anwendungsbereiche und werden bei einer allfälligen Implementierung die entsprechenden Regelungen zur Prüfung und Deklaration von durch KI erstellten Inhalten definieren."

In eigener Sache

Auch inside-it.ch setzt KI ein. Wir schreiben nicht nur über Künstliche Intelligenz, sondern nutzen sie auch. Eine grosse Hilfe ist KI aber vor allem bei der Suche nach Illustrationen, um unsere Artikel zu bebildern. Wir wollen es nicht übertreiben, sondern es bei täglich 2 bis 3 Illustrationen belassen. Wichtig ist uns dabei aber, die Bildquelle – also Midjourney – in jedem Fall transparent zu nennen.


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