Die Schweiz ist das innovativste Land der Welt. In allen Lebensbereichen wird erfolgreich geforscht, erfunden und patentiert. Heute oftmals mit digitaler Technologie. Hinter allen Entwicklungen stehen Menschen. Genau diese Pioniere ermuntert Jurypräsident Claudio Dionisio, sich für den "Pioneer des Jahres" zu bewerben. Im Interview teilt er Gedanken zur Preisverleihung am "Digital Economy Award".
Inside IT: Der Pascal wird zum Pioneer. Dürfen sich nur noch Gründerinnen und Gründer bewerben?
Claudio Dionisio: Nicht nur, aber auch. Als Pioneer ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit, die die digitale Entwicklung in der Schweiz nachhaltig prägt oder bereits geprägt hat, indem sie dabei mutig neue Wege beschritten und Risikobereitschaft bewiesen hat. Ob sie dabei digitales Neuland in der Wissenschaft, technologisch, gesellschaftlich oder eben auch unternehmerisch – etwa als Founder und Entrepreneur – betreten hat, spielt keine Rolle. Neue Ideen gegen Widerstände durchzusetzen, ein klares «Warum» nachvollziehbar machen und so zum Vorbild werden, das ist die Essenz. Pioniergeist kann sich in vielen Bereichen zeigen, wir wollen sehen, wie man diesen behält und so Impact generiert.
Wenn jemand Zweifel wegen einer Nominierung hat: Wen kann er fragen?
Zuerst einmal: Es gibt absolut keinen Grund, an einem Vorschlag für eine Nomination zu zweifeln. Jede Nominierung ist willkommen! Und auch der Prozess ist ganz einfach: Auf der Webseite des "Digital Economy Award" unter "Awards"
den "Pioneer" wählen, den Nominations-Button anklicken und dann den Vorschlag in den wenigen Feldern eingeben und knapp begründen.
Der Computer im Jahr 1982 ist ein historisches Beispiel: Könnte auch ein KI-Modell zum Pioneer des Jahres nominiert werden? Das 'Time Magazine' machte ja damals aus der "Person of the year" kurzfristig
die "Machine of the year", weil die Jury der Ansicht war, dass kein Mensch das Jahr 1982 besser verkörperte als eben der PC.
Wenn ich darüber nachdenke, wer oder was aktuell die Zeit am besten repräsentiert, hat die maschinelle Intelligenz sicher keine schlechten Karten. Und wenn dann auch noch die KI-Verschmelzung mit der physischen Mechanik dazu kommt, könnten auch Roboter infrage kommen. Sollten diesbezüglich Ideen oder Vorschläge eingehen, haben wir in der Jury sicher noch mehr zu diskutieren als sonst schon.
Die Schweiz besitzt viel Innovationskraft. Was können einzelne Personen bewegen?
Innovationen entstehen meist in Teams. Aber der Funke, die Vision, die Leidenschaft und der Wille zur Umsetzung gehen von einzelnen Menschen aus. Es sind Einzelpersonen und passionierte "Kümmerer", die am Anfang von Innovationsprozessen stehen. Dabei sind gerade auch digitale Innovationen nicht nur ein technischer, sondern ein zutiefst menschlicher Prozess, der angetrieben wird von Persönlichkeit, Kreativität und dem Glauben daran, aus eigener Kraft etwas verändern zu können. Nebst einer intrinsischen Motivation braucht es dann auch Glück, gute Teams und Partner, die zur schumpertschen "schöpferischen Zerstörung" führen können.
So etwa hat Niklaus Wirth, der erste Professor für Computerwissenschaften an der ETH Zürich, ganz viel bewegt; etwa als Forscher, Autor, Initiant von prägenden IT-Projekten und nicht zuletzt als Entwickler der Programmiersprache "Pascal".
Was überzeugt Dich mehr? Die Persönlichkeit oder die technologische Entwicklung, die eine Person geschaffen hat?
Technik hat mich als gelernten Maschinenzeichner schon immer fasziniert. Uhren, Motoren, Turbolader, Industrieroboter, Supercomputer und generell technische Apparate oder neudeutsch "Gadgets" übten schon immer eine Art Zauber aus – sei es wegen der Präzision, oder der Komplexität oder der Fähigkeit, unser Leben grundlegend zu verändern und im guten Fall zu erleichtern.
Wie schon erwähnt, stehen dahinter immer Menschen. Bei einigen dieser Entwicklungen weiss man sofort, wer dahintersteht. Entweder, weil der Name Programm ist wie beim Otto-Motor, bei Ferrari, bei Dyson und so weiter. Oder weil sie Medienlieblinge sind oder waren: Steve Jobs und Steve Wozniak, Bill Gates und Paul Allen oder halt auch Elon Musk. Aber bei den allermeisten Entwicklungen kennen wir nur das Produkt und nicht die Macher und Macherinnen. Oder wer kennt schon die Erfinder des Klettverschlusses, von Android oder von USB?
Daher trägt der Digital Economy Award dazu bei, dass Menschen und Projekte, die Impact erzielen das berechtigte Rampenlicht bekommen. Wir wollen sie sichtbar machen und so unseren Beitrag leisten, um die digitale Schweiz voranzubringen, indem wir denen zu mehr Bekanntheit verhelfen, die es verdient haben aufgrund ihrer aussergewöhnlichen Leistungen.
Wer kommt Dir aus Deiner Karriere spontan in den Sinn, die oder der den Preis verdient hätte?
Ich durfte früher schon bei Auszeichnungen mitwirken und erinnere mich, wie wir etwa Doodle, Swissquote oder Zattoo ausgezeichnet haben. Und auch frühere Digital Economy Awards gingen an tolle Pioniere: Claudio Hintermann, Fredy Künzler und zuletzt Alina Matyukhina. Natürlich gibt es einige Kandidatinnen und Kandidaten, die ich mir für die Preisverleihung vorstellen könnte. In der Schweiz haben wir viele kreative und mutige Menschen, die Digitalisierung vorantreiben – auch mit einem globalen Massstab. Aber als Jurypräsident hüte ich mich davor, "Empfehlungen" abzugeben und freue mich auf die Vorschläge des Publikums.
Wer ist für Sie der Pioneer des Jahres 2026? Wer prägt die digitale Schweiz wirklich?
Gesucht sind Menschen mit Mut, Ausdauer und dem Willen, neue Wege zu gehen. Menschen, die an ihre Idee glauben, auch wenn andere längst aufgegeben haben. Die dranbleiben. Widerstände überwinden. Verantwortung übernehmen. Und mit ihrem Handeln sichtbare Wirkung erzielen – in Technologie, Wirtschaft, Wissenschaft oder Gesellschaft.
Genau diese Pioneer-Persönlichkeiten macht der Digital Economy Award sichtbar.
- Wer inspiriert andere?
- Wer bewegt die digitale Schweiz nachhaltig?
- Wer verdient die Auszeichnung «Digital Economy Award – Pioneer of the Year 2026»?
Nominieren Sie jetzt Ihren Kandidaten oder Ihre Kandidatin auf der
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