Die runderneuerte Beschaffungsplattform Simap ist mit diversen Funktionen erweitert worden. Wie der gleichnamige Betreiberverein mitteilt, können sowohl die Anbietenden als auch die Beschaffungsstellen die Plattform per sofort via Web- und Programmierschnittstelle mit Daten beliefern.
Beide Parteien einer öffentlichen Beschaffung hätten neu die Möglichkeit, Angebote online einzureichen, heisst es in der Mitteilung. Dabei entscheide die Beschaffungsstelle, ob sie die Online-Einreichung akzeptiere, oder ob der Postweg respektive die persönliche Übergabe der Dokumente bevorzugt wird.
Den Anbietenden steht es neu offen, Dokumente wie einen Handelsregisterauszug in ihrem Firmenprofil elektronisch zu hinterlegen. Weiter können sie Bietergemeinschaften im Vorfeld einer Ausschreibung in ihrem Profil konfigurieren und diese dann für ein Angebot verwenden, erklärt der Verein. Unklar bleibt, warum insbesondere die Dokumentenablage nicht schon zum Start der erneuerten Simap-Plattform verfügbar war. Der Auszug aus dem Handelsregister wird typischerweise bei jeder Ausschreibung verlangt.
Weniger Handarbeit bei Ausschreibungen
Die Beschaffungsstellen von Bund, Kantonen und öffentlichen Einrichtungen will Simap in der neuen Version viel Handarbeit abnehmen. Die Neuerungen hätten allerdings ebenfalls längst zum Standard gehören sollen und wurden seit dem
Relaunch im Juni vergangenen Jahres häufiger manuell gelöst.
Bei der Anfrage von Lieferanten nach potenziellen Leistungen (RFI, Request for Information) wichen Beschaffungsstellen bis anhin beispielsweise auf einen E-Mail-Verteiler aus, um Informationen von den Anbietern zu sammeln. Simap verspricht nun, dass der RFI online abgewickelt werden kann. Das gilt auch für ein Einladungsverfahren, bei dem nur bestimmte Anbieter ihre Offerte abgeben dürfen.
Der Betreiberverein kündigt weiter an, dass Beschaffungsstellen nun auch Vorlagen für Ausschreibungen generieren und einsetzen können. Neu soll auch das Duplizieren von Publikationen möglich sein. Beides dürfte den Auftraggebern einige Mausklicks und Tastenanschläge ersparen.
Noch in der Umsetzung befindet sich dem Verein zufolge die Integration einer Prüfung von digitalen Signaturen. Aktuell prüfe die Plattform die elektronischen Unterschriften nicht, heisst es. Es liege damit in der Verantwortung der Beschaffungsstelle, die Gültigkeit der Signaturen manuell zu kontrollieren. Das werde sich mit dem kommenden Release von Simap ändern, verspricht der Verein. Dann sollen Angebote automatisch nach Signaturen durchsucht, die Unterschriften geprüft und das Prüfergebnis angezeigt werden.