St. Gallen will Steuersoftware für 44 Millionen Franken konsolidieren

31. Januar 2023 um 11:23
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St. Gallen erhält eine neue Steuersoftware. Foto: Jonas / Unsplash

Der Kanton will seine zersplitterte Steuerlandschaft vereinheitlichen, um jährlich rund 3 Millionen zu sparen. Nun wurden Projektleistungen ausgeschrieben.

St. Gallen will eine einheitliche Steuersoftware für den gesamten Kanton. Die Informatik des kantonalen Steueramtes mutet zum Teil vorsintflutlich an: Die zentrale Veranlagungs- und Bezugslösungen sind über 12 Jahre alt, andere Lösungen haben sogar bis zu 25 Jahre auf dem Buckel. Mit dem System werden jährlich mehr als eine Million Rechnungen und rund 300'000 Mahnungen verschickt.
Der Kanton hat für die Betriebskosten der Steuerlösungen bis 2026 rund 59 Millionen Franken budgetiert. Die Applikationslandschaft soll aber im Grossprojekt "IT Steuern SG+" konsolidiert werden. In St. Gallen erhofft man sich damit Einsparungen von 3 Millionen Franken im Jahr. Der Kanton sieht im Rahmen eines Sonderkredits 43,8 Millionen Franken für das Unterfangen vor, wie aus dem Finanzplan hervorgeht.
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Applikationslandschaft des Steueramtes St. Gallen.
"IT Steuern SG+" gilt als strategisches Projekt. Den Zuschlag soll ein Anbieter für eine integrierte Gesamtlösung erhalten, um Komplexitäten zu vermeiden, heisst es im Budget von St. Gallen. Man wünscht sich dafür keine Individualentwicklung, sondern eine Standardlösung für die Schweiz. Und man erhofft sich eine Zusatzautomatisierung mit Künstlicher Intelligenz, wie es dort heisst.

Ende 2029 soll die neue Steuerlösung laufen

Die Vorarbeiten laufen seit fast zwei Jahren. Die AWK Group erhielt für den externen Support im April 2021 einen freihändigen Zuschlag. Nach einer öffentlichen Ausschreibung im Dezember 2021 bekam die Firma Spol einen Zuschlag über 1,37 Millionen Franken für das Projektmanagement-Office (PMO). Das Unternehmen Linkin erhielt für das Qualitäts- und Risikomanagement (QRM) einen Vertrag über 1,01 Millionen. Nun sollen bis Ende 2024 die Details spezifiziert werden, damit danach die Realisierung starten kann. Diese dauert laut der Roadmap bis Ende 2029.
Heute wurde eine Ausschreibung für Projektleitung, Architekturleistungen und weitere Projektressourcen publiziert: Für die Leitung rechnet der Kanton mit 300 Personentagen. Die weiteren Posten werden auf über 13'000 Personentage geschätzt, wie aus den Ausschreibungsunterlagen hervorgeht. Sie bilden die Obergrenze eines Rahmenvertrags. Insgesamt sind für die Konzeptphase rund 6,5 Millionen Franken vorgesehen, die sich über verschiedene Anbieter verteilen.
Der grosse Brocken für den Implementierungspartner beziffert St. Gallen auf 31,8 Millionen Franken. Der Kanton geht von einer Vertragsunterzeichnung noch 2023 aus.

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