St.Gallen sucht eine neue Steuerlösung im SaaS-Modell

31. März 2022 um 10:48
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Foto: Matti Blume / Wiki Commons unter CC BY-SA 4.0

Für 43 Millionen Franken will der Kanton seine zersplitterte Steuer-IT-Landschaft durch ein Standardprodukt ersetzen.

Die IT-Landschaft des Kantonalen Steueramts St.Gallen ist in die Jahre gekommen und setzt sich aus verschiedenen Einzellösungen zusammen. Eine IT-Strategie aus dem Jahre 2006 gebe zwar gewisse Planungsgrundlagen, dennoch seien die Systeme mit dezentralen Registern, drei verschiedenen Steuerbezugslösungen sowie eigenen Weblösungen für die Fachapplikationen äusserst komplex, schreibt der Kanton in einer Ausschreibung.
Mit dem Projekt "IT Steuern SG+" soll sich dies ändern. Für 43 Millionen Franken soll die historisch gewachsene IT-Landschaft umfassend modernisiert werden.
Erste Zuschläge für das Projektmanagement sowie das Qualitäts- und Risikomanagement hatte der Kanton Ende letzten Jahres gefällt. Nun wurde die neue Lösung selbst ausgeschrieben.
Ziel sei, für das gesamte St.Galler Steuerwesen – inklusive direkter Bundessteuer, Kantons- und Gemeindesteuer sowie Kirchensteuer – eine "moderne, zukunftsfähige und wirtschaftliche Applikationslandschaft aufzubauen", wie es in der Ausschreibung heisst.

Kanton bevorzugt Standardlösung

Für die neue Fachapplikation "Steuern St.Gallen", genannt "Fast SG", bevorzugt der Kanton die Lizenzierung einer Standardlösung. Eine kantonale Individuallösung wird explizit nicht angestrebt, wie es in der Ausschreibung heisst. Es würden aber Anbieter berücksichtigt, die aktuell noch keine fertige Standardlösung im Portfolio haben, sich aber basierend auf "umfangreiche Erfahrung" verpflichten, eine solche zu entwickeln.
Ebenfalls Teil der Beschaffung sind Leistungen zur Projektabwicklung inklusive Migration der Daten und Systeme. Hinzu kommt der Betrieb der neuen Steuerlösung in einem SaaS-Modell. Der Anbieter soll dabei unter anderem die Konfiguration, das Job-Engineering und Monitoring sowie Second- und Third-Level-Support übernehmen. Vorgesehen ist, dass die Lösung im Gov-RZ gehostet wird. Dabei handelt es sich um zwei Standorte der Rechenzentrum Ostschweiz AG (RZO).
Die Beschaffung wird in einem selektiven Verfahren durchgeführt. Geplant ist, dass im Juni 2022 die Auswahl der Teilnehmer getroffen wird, die zur Einreichung von Angeboten eingeladen werden. Der Kanton geht von einer Vertragsunterzeichnung im dritten Quartal 2023 aus. Die Rahmenvereinbarung läuft bis Ende 2029 und kann gemäss Ausschreibung optional verlängert werden.

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