Die Stadtpolizei Winterthur hat auf ihrer Website den Chatbot "Bobby" aufgeschaltet. Dieser steht der Bevölkerung rund um die Uhr zur Verfügung. "Ein mehrmonatiger Pilotversuch soll zeigen, ob eine solche digitale Unterstützung in Zukunft sinnvoll eingesetzt werden kann", heisst es in einer Mitteilung.
Der Einsatz des Chatbots basiere auf einer wissenschaftlichen Arbeit der Kalaidos Fachhochschule, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Optimierung der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern untersuchte. Ziel des Pilotversuchs sei es, herauszufinden, ob und wie ein Chatbot mit KI die Bevölkerung im Alltag unterstützen und gleichzeitig das Personal bei häufig wiederkehrenden Anfragen entlasten kann.
Bobby verstehe "viele Sprachen", reagiere auch auf falsch geschriebene Fragen und sei "immer freundlich und geduldig", erklärt die Stadtpolizei. Das könne auch für Personen aus anderen Kulturkreisen oder Menschen mit Beeinträchtigungen eine Hilfe sein. Der Chatbot
gibt Auskünfte beispielsweise zu Fragen wie "Wo kann ich eine Online-Anzeige erstatten?" oder "Was muss ich bei einem Verlust eines Ausweises tun?".
Datenschutz habe bei der Entwicklung und dem Betrieb des Chatbots hohe Priorität, betont die Stadtpolizei. Sämtliche Unterhaltungen mit Bobby werden anonymisiert verarbeitet und es werden keine persönlichen Daten gespeichert oder weitergegeben. Nach Abschluss der Pilotphase werde der Versuch ausgewertet. Anschliessend wird entschieden, ob Bobby dauerhaft zum "digitalen Teammitglied" der Stadtpolizei Winterthur wird.
Digitale Kollegen hat Bobby bereits bei anderen Schweizer Polizeibehörden. In der Stadt Luzern beantwortet ein Chatbot auf der Website Fragen zu allen Verwaltungsthemen, inklusive Stadtpolizei. Die Stadtpolizei Zürich hat erst kürzlich mit "Tom"
einen Voicebot in den Testbetrieb geschickt.