Im Zusammenhang mit der Vermarktung von Sportinhalten wurde Swisscom im Jahr 2016 von der Wettbewerbskommission (Weko) zu einer Busse in Höhe von 71,8 Millionen Franken verdonnert. Diese wurde vor einem Monat vom
Bundesverwaltungsgericht in einem
226-seitigen Urteil (PDF) bestätigt. Nun hat der Telko Rekurs dagegen eingelegt, wie ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA bestätigte. Jetzt liegt der Fall letztinstanzlich beim Bundesgericht, das auch im Falle über die
vorsorglichen Massnahmen gegen Swisscom im Glasfaserausbau demnächst einen Entscheid fällen muss.
Marktbeherrschende Stellung bei Sportübertragungen
Konkret richtete sich die Pay-TV-Busse gegen Swisscom und die Tochtergesellschaft Cinetrade (heute Blue Entertainment) aufgrund des Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung bei der Live-Übertragung von Schweizer Fussball- und Eishockeyspielen im Pay-TV. Einigen Konkurrenten habe Swisscom jegliches Angebot für die Ausstrahlung von Live-Sport auf deren Plattform verweigert, anderen nur ein reduziertes Sportangebot gewährt, lautete die Begründung. Das Urteil betraf den Zeitraum von 2002 bis 2013.
Swisscom hatte schon vor einem Monat angekündigt, einen Weiterzug des Urteils zu prüfen. Man sei nach wie vor überzeugt, sich beim Vermarkten von Sportinhalten rechtmässig verhalten zu haben, hatte der Telekomkonzern vor einem Monat mitgeteilt.
Sunrise prüft zivilrechtlichen Weg
Die hohen Investitionen von Swisscom und Cinetrade in den Jahren 2002 bis 2012 hätten ein minimal erweitertes Sportangebot bei der Verbreitung über die Swisscom-TV-Plattform gerechtfertigt. Nur so hätten die Investitionen damals genügend geschützt werden können.
Das Problem bestehe aktuell nicht mehr. Derzeit erhielten alle TV-Kunden den gesamten Sportinhalt von Swisscom und Sunrise. Davon würden auch kleinere TV-Anbieter profitieren und könnten die Sportinhalte von den beiden grossen Telekomkonzernen beziehen, hatte Swisscom damals erklärt.
Konkurrent Sunrise prüft immer noch eine Schadenersatzklage auf dem zivilrechtlichen Weg: "Wir analysieren die Lage", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.