Swisscom setzt auf das IT-Geschäft

5. Juni 2026 um 09:27
image
Swisscom CEO Christoph Aeschlimann. Foto: Manuel Rickenbacher / Swisscom

CEO Christoph Aeschlimann sieht die grössten Chancen in den Bereichen Cloud, KI und Cybersecurity. Schweizer Lösungen würden stärker im Vordergrund stehen.

Swisscom ist mit ihrem Geschäft in der Schweiz und Italien von den geopolitischen Spannungen zwar "eher am Rande tangiert". Dennoch sei der Schweizer Telekomkonzern betroffen, wenn Lieferketten gestört seien, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann im Interview mit der Nachrichtenagentur 'AWP' am Rande des "Swiss Economic Forum" (SEF).
Und bei den Kunden steige auch die Verunsicherung: "Gerade im Geschäftskundenumfeld zögern viele im Moment mit Investitionen, weil sie nicht wissen, wie sich die ganze Lage weiterentwickelt", sagte Aeschlimann.
Dennoch sieht das Unternehmen die grössten Chancen im IT-Geschäft. Dort verfolge die Swisscom drei Themen: souveräne Cloud-Dienste, Cybersecurity und das Thema KI, wo sie viele Dienstleistungen sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden bereitstelle.
"Die Nachfrage in diesem Bereich nimmt zu", sagte Aeschlimann. "Die geopolitischen Unsicherheiten haben dazu geführt, dass europäische oder Schweizer Lösungen wieder mehr im Vordergrund stehen und nicht mehr praktisch alles auf amerikanische Plattformen fliesst. Das ist gut für uns."

Geräteverkauf bleibt angespannt

Derweil rechnet der Swisscom-Chef mit keiner schnellen Entspannung im Hardware-Bereich angesichts des Chip-Mangels. "Der Verkauf von Geräten ist im Moment stabil oder leicht rückläufig", sagte er. Die tieferen Mengen an verfügbaren Handys und Tablets würden aber andererseits zu einem gewissen Grad durch steigende Preise kompensiert.
"Wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt. Aber wir gehen nicht davon aus, dass es eine rasche Entspannung gibt." So habe etwa Apple bestimmte Modelle sogar aus dem Sortiment genommen, weil sich die Chip-Hersteller jetzt auf die hochwertigen Produkte fokussieren würden. Das hat weniger verfügbare Modelle im Smartphone-Markt zur Folge. "Insgesamt gibt es aber nach wie vor genug Handys."
Gründe für den weltweiten Chip-Mangel sind unter anderem der Boom von Rechenzentren für KI sowie Lieferengpässe wegen geopolitischer Handelskonflikte. In der Folge verlängert sich die Produktion, und die Preise schiessen in die Höhe.
Insgesamt – auch neben den Kosten für Speicherchips – sei der Telekomkonzern mit steigenden Kosten in vielen Bereichen konfrontiert. Aeschlimann nannte die Energiekosten sowie die laufend steigenden Anforderungen der Kunden und Kundinnen an die Netze. "Wir müssen investieren, damit wir weiterhin das beste Netz zur Verfügung stellen können, und deshalb haben wir auch teilweise die Preise moderat erhöht."

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Volles Vertrauen dank moderner Cybersicherheit

Wenn Unternehmen ihre Finanzdaten in fremde Hände geben, muss das Vertrauen absolut sein. Für Treuhandgesellschaften ist Informationssicherheit daher existenziell. Die Aeberli Treuhand AG aus Zürich – seit über 75 Jahren etabliert – hat ihre IT-Sicherheitsarchitektur grundlegend modernisiert.

image

Schweiz vorn – aber KI braucht Erklärung

Schweizer Wissensarbeiter haben die gesündeste Beziehung zur Arbeit unter den entwickelten Märkten. Sie nutzen KI so selbstverständlich wie nie – wissen aber oft nicht, was das für ihre Rolle bedeutet. Was daraus für CIOs und IT-Teams folgt.

image

KIs lügen auch auf Schweizerdeutsch

Chatbots von Google, OpenAI und Anthropic haben laut einem Test kaum mehr Probleme mit Dialekt. Aber sie flunkern oft.

publiziert am 30.10.2026
image

Reddit macht Login zur Pflicht

Der Zugang zur Plattform wird künftig nur per Login möglich sein. Damit will Reddit das Nutzererlebnis verbessern und sein Werbegeschäft stärken.

publiziert am 30.10.2026